| 18.10 Uhr

Kritik aus Russland
Ukraine beginnt Großmanöver mit US-Beteiligung

Fotos: Bilder von Soldaten und Zerstörung
Fotos: Bilder von Soldaten und Zerstörung FOTO: afp, MR/RT
Jaworiw. Inmitten der andauernden Spannungen mit Russland hat die ukrainische Armee am Montag ein Großmanöver mit umfangreicher US-Beteiligung im Westen des Landes gestartet. Die Übung dauert knappe zwei Wochen, 1.800 Soldaten aus 18 Staaten nehmen daran teil.

An der Übung "Rapid Trident" nahe der Grenze zu Polen nehmen auch Soldaten aus Deutschland teil. Die Übung zeige eine "breite Unterstützung für die Ukraine in ihrem Bemühen um Freiheit und Souveränität", sagte der ukrainische Kommandeur Alexander Sywak. Sein US-Kollege Alfred Renzi sagte, das Manöver solle "die Fähigkeit zur Zusammenarbeit als vereinte Kraft für Stabilität unter Beweis stellen".

Die meisten der an der Übung beteiligten Staaten gehören der Nato an. Auch aus den früheren Sowjetrepubliken Moldau und Aserbaidschan, die wie die Ukraine blockfrei sind, wurden aber Soldaten entsandt. Die Bundeswehr schickte deutsches "Einzelpersonal". An dem regelmäßig stattfindenden Manöver hatte sich die deutsche Armee auch im vergangenen Jahr beteiligt.

Russland: Übung gefährdet Fortschritt im Friedensprozess

Die Beziehungen der Ukraine und des Westens zu Russland sind wegen der Krise in der Ostukraine stark angespannt. In dem bewaffneten Konflikt, der seit dem Frühjahr vergangenen Jahres andauert, stehen sich prorussische Kämpfer und ukrainische Regierungstruppen gegenüber. Bislang wurden bereits mehr als 6500 Menschen getötet.

Der Westen beschuldigt Russland, die Aufständischen mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen, was Moskau zurückweist. Im Februar wurde in einem in Weißrussland mit deutscher und französischer Hilfe ausgehandelten Friedensabkommen ein Abzug schwerer Waffen aus den umkämpften Gebieten vereinbart. Die Kämpfe in der Ostukraine dauern aber weiterhin an.

Die russische Regierung kritisierte das Manöver in der Westukraine am Montag scharf. Dies könne "den sichtbaren Fortschritt im Friedensprozess zerstören" sowie "explosive" Folgen haben, erklärte das Außenministerium in Moskau. Die Militärübung sei "eine klare Demonstration der provokativen Politik der Nato, das Vorgehen der derzeitigen Staatsführung in der Ostukraine zu unterstützen".

(AFP)
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