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Pro-russischer Kandidat liegt vorn: Ukraine geht in die Stichwahl

zuletzt aktualisiert: 17.01.2010 - 19:59

Kiew (RPO). Die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine gehen in die Verlängerung. Im ersten Durchgang hat es keinen klaren Sieger gegeben. Die meisten Stimmen erhielt der pro-russische Kandidat Viktor Janukowitsch. Er verfehlte jedoch die nötige absolute Mehrheit. Nun muss er in einer Stichwahl gegen die pro-westliche derzeitige Regierungschefin Julia Timoschenko antreten.

Viktor Janukowitsch regiert die Ukraine mit eiserner Hand.  Foto: AFP, AFP
Viktor Janukowitsch regiert die Ukraine mit eiserner Hand. Foto: AFP, AFP

Die am Sonntagabend veröffentlichten Prognosen sehen Janukowitsch als klaren Sieger des ersten Durchgangs. Er erzielte den auf Nachwahlbefragungen basierenden Prognosen zufolge im ersten Durchgang 32 bis 35 Prozent der Stimmen, Timoschenko kam auf 26 bis 27 Prozent. Experten hatten im Vorfeld des ersten Wahlganges gemutmaßt, dass Timoschenko bei einem Rückstand von unter zehn Prozent gute Chancen habe, das Blatt im zweiten Durchgang noch zu wenden. Dieser findet am 7. Februar statt.

Der Urnengang am Sonntag war die erste Präsidentschaftswahl in der Ukraine seit der Orangenen Revolution vor mehr als fünf Jahren. Die damalige Euphorie ist bei den 46 Millionen Einwohnern längst verflogen. Die Hoffnungsträger von 2004, Viktor Juschtschenko und Timoschenko, lieferten sich als Präsident und Regierungschefin einen erbitterten Machtkampf. Auch Juschtschenko trat am Sonntag nochmals an, doch hatte er von vornherein keine Aussichten auf Erfolg.

Der pro-russische Janukowitsch war 2004 zunächst zum Sieger der Präsidentschaftwahl erklärt worden. Nach wochenlangen Protesten der Opposition gegen das Wahlergebnis bestätigte das Verfassungsgericht damals den Vorwurf der Wahlfälschung und ordnete eine Wiederholung der Wahl an, die dann Juschtschenko klar gewann.

Die Jahre unter der Präsidentschaft Juschtschenkos nutzte der pro-russische Janukowitsch, um auch mit Hilfe von westlichen PR-Beratern an seinem Image zu arbeiten. Unter anderem musste er dabei eine zweimalige Verurteilung zu Sowjetzeiten wegen Diebstahls und Überfalls in Vergessenheit geraten lassen. Zudem versuchte er, sich etwas von Moskau zu lösen. Im Wahlkampf warb er vor allem um die ukrainisch-sprechenden Bewohner im Westen des Landes und präsentierte sich als Vertreter der Interessen aller Ukrainer.

Timoschenko wiederum war viel im russisch-sprechenden Osten des 46 Millionen Einwohner zählenden Landes unterwegs, um dortige Vorbehalte gegen ihren pro-westlichen Kurs zu zerstreuen. Nach ihren Vorstellungen soll die Ukraine bis 2015 Mitglied der Europäischen Union werden. Auch Timoschenko saß bereits einmal im Gefängnis, 2001 wegen Schmuggelvorwürfen.

jes/ans

AFP

Quelle: AFP/pst

 
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