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Vor Außenministertreffen in Berlin
Kämpfe im Osten der Ukraine flammen wieder auf

Eindrücke vom Minsker Friedensgipfel
Eindrücke vom Minsker Friedensgipfel FOTO: dpa, ap sh
Donezk . Im Osten der Ukraine sind nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nach mehr als einem Monat relativer Ruhe wieder vermehrt Kämpfe aufgeflammt.

Das ukrainische Militär meldete am Montag, ein ukrainischer Soldat sei in den letzten 24 Stunden getötet, sechs weitere seien verwundet worden. Die prorussischen Rebellen berichteten von vier Verwundeten in ihren Reihen. In Berlin wollten die Außenminister Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Ukraine über die Krise beraten.

Eine von den prorussischen Rebellen betriebene Nachrichtenagentur berichtete, die Zahl der verwundeten Kämpfer habe sich nach den schweren Gefechten vom Wochenende verdreifacht. Kämpfe mit Einsatz von Panzern und schwerer Artillerie habe es nördlich der Rebellenhochburg Donezk gegeben, hatte die OSZE bereits am Sonntag gemeldet. Schwere Waffen sollten nach dem Minsker Friedensabkommen eigentlich schon längst von der Front abgezogen worden sein.

Auch im Dorf Schyrokyne nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol gab es den Angaben der OSZE zufolge Gefechte. Mörserbeschuss und Maschinengewehrfeuer sei zu hören gewesen, den Beobachtern sei aber der Zugang zu dem Ort verwehrt worden, hieß es.

Mörserbeschuss wurde am Montag auch aus Donezk gemeldet. Zudem soll es Kämpfe am zerstörten Flughafen der Stadt gegeben haben. Dorthin durften Journalisten seit Sonntag wegen der prekären Sicherheitslage nicht.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) will die Entschärfung des Konflikts am Abend voranbringen.
Unmittelbar vor einem Treffen der Außenminister aus Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland am Montagabend in Berlin sagte Steinmeiers Sprecher Martin Schäfer, es gehe bei der Minsker Friedensvereinbarung um viel mehr als einen Waffenstillstand. Zu den zentralen Fragen gehöre die Vorbereitung lokaler Wahlen in der Ostukraine, der Zugang für humanitäre Helfer und die Regelung eines Sonderstatus für die umstrittene Donbass-Region.

In dem seit einem Jahr andauernden Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten sind mehr als 6000 Menschen ums Leben gekommen. Seit einer im Februar verkündeten Waffenruhe nahmen Zahl und Heftigkeit der Kämpfe deutlich ab. Einige schwere Waffen wurden von der Front abgezogen.

(ap)
 
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