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Ukraine-Krise
Moskau nennt ukrainischen Waffenabzug "Bluff"

Fotos: Bilder von Soldaten und Zerstörung
Fotos: Bilder von Soldaten und Zerstörung FOTO: afp, MR/RT
Donezk/Kiew. Russland hat Kiew eine grobe Verletzung des Minsker Abkommens vorgeworfen. Der von der Ukraine verkündete Abzug schwerer Waffen von der Front sei nur ein "Bluff". Das Außenministerium in Moskau verwies dabei auf Filmaufnahmen, die den Einsatz schwerer Artillerie bei Mariupol belegen sollen.

Das russische Außenministerium hat den von der ukrainischen Regierung verkündeten Abzug schwerer Waffen aus dem Konfliktgebiet in der Ostukraine als "Bluff" bezeichnet. In einer Erklärung berief sich das Ministerium am Samstag auf Filmaufnahmen russischer Medien, die den Einsatz schwerer Artillerie durch das ukrainische Freiwilligenbataillon Asow nahe der Ortschaft Schirokine östlich von Mariupol zeigen sollen. Die Behauptungen der ukrainischen Führung über einen vollständigen Waffenabzug seien also ein "Bluff". Es handele sich um eine "neue grobe Verletzung" des Minkser Abkommens.

Die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten hatten sich Mitte Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk auf einen Friedensplan geeinigt, der unter anderem eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen vorsieht. Anfang der Woche hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verkündet, dass der Abzug von Raketenwerfern und schwerer Artillerie weitgehend abgeschlossen sei. Am Freitagabend hatte die ukrainische Armee die Rebellen beschuldigt, bei Schirokine ebenfalls mit schweren Waffen geschossen zu haben.

Die in Minsk vereinbarte Waffenruhe wird weitgehend eingehalten, vereinzelt gibt es aber weiter Kämpfe. Die ukrainische Armee teilte am Samstag mit, binnen 24 Stunden seien zwei Soldaten und ein Zivilist getötet worden. Der Rebellenführer Eduard Bassurin erklärte, in Wuglegirsk nordöstlich der Rebellenhochburg Donezk sei ein Zivilist durch einen Sprengsatz getötet worden.

Der Westen und Kiew werfen Moskau vor, die Separatisten im Osten der Ukraine mit Ausrüstung und Soldaten zu unterstützen. Russland weist dies zurück.

In dieser Woche hielt die russische Armee gleich mehrere großangelegte Manöver ab, unter anderem auf der vor einem Jahr annektierten ukrainischen Halbinsel Krim und in der zwischen Polen und Litauen gelegenen russischen Exklave Kaliningrad. Die am Montag gestartete Großübung, an der mehr als 80.000 Soldaten teilnehmen, endete am Samstag, wie der Generalleutnant Andrej Kartapolow der Nachrichtenagentur Interfax sagte. Die beteiligten Truppen erhielten demnach den Befehl, in ihre Stützpunkte zurückzukehren.

(AFP)
 
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