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Ukraine-Krise
Hollande warnt vor "Krieg"

Ukraine-Krise -  Präsident François Hollande warnt vor "Krieg"
Politiker mit ernster Miene. François Hollande sieht sich mit einer schwerwiegendsten außenpolitischen Krisen dieses Jahrtausends konfrontiert. FOTO: afp, lb/le
Tulle. Frankreichs Präsident François Hollande findet deutliche Worte. Er sieht in den Verhandlungen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin "eine der letzten Chancen", um einen "Krieg" in der Ukraine zu verhindern. Die unterschiedlichen Positionen scheinen aber noch weit auseinanderzuliegen.

"Wenn wir es nicht schaffen, ein dauerhaftes Friedensabkommen zu erreichen, dann kennen wir das Szenario ganz genau", sagte Hollande am Samstag nach den Gesprächen, die er am Vortag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Moskau geführt hatte. "Es hat einen Namen, es heißt Krieg."

Bei ihren Gesprächen mit Putin hatten Merkel und Hollande am Freitag keinen Durchbruch erzielt. Die Politiker einigten sich aber darauf, gemeinsam ein neues Dokument zur Umsetzung des im September in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgehandelten Friedensplans zu erarbeiten. Dieser sieht eine Waffenruhe vor, die aber nie hielt. Am Donnerstag hatten Merkel und Hollande in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gesprochen.

Russland spricht von "substanziellen und konstruktiven" Verhandlungen

Die russische Seite sprach nach dem Treffen vom Freitag von "konstruktiven und substanziellen" Verhandlungen. Merkel sagte am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz, es sei "ungewiss", ob die Gespräche Erfolg haben würden. Am Sonntag wollen Merkel, Putin, Hollande und Poroschenko in einer Telefonkonferenz erneut beraten.

Hollande sagte bei einem Besuch in Tulle, wo er jahrelang Bürgermeister war, die unterschiedlichen Ansichten müssten einander "noch einmal angenähert" werden. Darum sei auch das erneute Gespräch vereinbart worden. "Solange das Ziel noch nicht erreicht ist, solange noch kein Abkommen unterschrieben ist, gibt es ein Risiko", sagte Hollande.

Gemeinsame Kultur

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy warnte unterdessen vor einem neuen Kalten Krieg mit Russland. Europa und Russland hätten eine "gemeinsame Kultur", sagte der Oppositionsführer vor Mitgliedern seiner konservativen Partei UMP in Paris. Darum hätten die USA und Europa im Verhältnis zu Russland auch andere "Interessen". Zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland sagte Sarkozy, dies könne den Bewohnern der Krim nicht "vorgehalten" werden. "Die Krim hat sich für Russland entschieden", sagte der Ex-Präsident.

(AFP)
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