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Festnahme in der Ukraine
Nationalist plante offenbar Anschläge bei EM

Ukraine: Nationalist plante Terror-Anschläge bei EM 2016
Der Prinzenpark in Paris, in dem mehrere Spiele stattfinden. Welche konkreten Anschlagspläne der Mann angeblich hatte, ist noch unklar. FOTO: ap, CE BC FP
Kiew. Wie der ukrainische Geheimdienst mitteilte, wurde am Montag ein Mann festgenommen, der konkrete Anschlagspläne für die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich hatte. Der Franzose, der einen rechtsradikalen Hintergrund haben soll, war durch den Kauf von Waffen und rund 125 Kilogramm Sprengstoff aufgefallen.

Der Mann sei seit Dezember beschattet worden, als er in der Ukraine fünf Maschinengewehre, drei Raketenwerfer, weitere Waffen, 125 Kilogramm Sprengstoff und Zünder gekauft habe, sagte SBU-Chef Wassili Grizak am Montag. Im Mai sei er dann bei der Ausreise nach Polen festgenommen worden.

Verdächtiger hat offenbar ultranationalistischen Hintergrund

Der Geheimdienst erklärte, er sei im vergangenen Jahr auf den Mann aufmerksam geworden, als dieser sich als Freiwilliger ausgegeben und versucht habe, Verbindungen zur ukrainischen Armee anzuknüpfen. Es handle sich um einen Ultranationalisten, der während der am Freitag beginnenden Fußball-EM 15 Anschläge auf Brücken, Bahnstrecken und andere Ziele geplant habe. "Der Franzose sprach negativ über die Zuwanderungspolitik seiner Regierung, die Ausbreitung des Islam und die Globalisierung", erklärte der SBU. "Er sagte auch, er wolle aus Protest Terroranschläge verüben."

In der Geheimdiensterklärung wurde der Name des Verdächtigen nicht genannt. Die französische Zeitung "L'Est republicain" benannte den Mann dagegen als Georges M. und berichtete, die Polizei habe Ende Mai seine Wohnung in Nant-le-Petit durchsucht - einem Ort in der Nähe von Nancy. Laut dem französischen Fernsehsender M6 wurden damals T-Shirts einer rechtsextremen Gruppe gefunden. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, es sei noch keine Ermittlung eingeleitet worden.

90.000 Sicherheitsleute sind bei der EM im Einsatz

Angriffe von Extremisten auf die Europameisterschaft sind die größte Sorge der französischen Sicherheitsbehörden, besonders, weil Islamisten mit Anschlägen auf die Massenveranstaltung gedroht haben.
Die Regierung setzt während des gut vierwöchigen Turniers 90.000 Sicherheitsbeamte ein, um die Stadien mit ihren jeweils Zehntausenden Sitzplätzen zu schützen.

Die Berichte aus Kiew wollte der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot nicht kommentieren. Es gebe keine spezifische Drohung gegen eine der Spielstätten, sagte er lediglich. Dennoch seien die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verstärkt worden. Eine Sondereinheit von 1200 Soldaten werde auf öffentlichen Plätze, an Sehenswürdigkeiten und Verkehrswegen eingesetzt. Mehr als 13.000 Sicherheitsleute sollten um Stadien, Fan-Zonen und andere Plätze patrouillieren und ab Mitte Juni noch einmal verstärkt werden.

Der nach den Anschlägen vom 13. November in Paris verhängte Notstand bleibt in Kraft. Damals hatten Islamisten 130 Menschen getötet.

(AFP/gol/ap/isw)
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