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Anschläge auf Moskauer Flughafen: Umarow – der selbsternannte Terror-Emir

zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 - 18:41

Frankfurt/Main (RPO). Er will hinter dem Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo gesteckt haben - der tschetschenische Rebellenführer Doku Umarow. Es ist nicht das erste Mal, dass der selbsternannte "Emir des kaukasischen Emirats" ein solches Bekenntnis abgibt. Der Mann, der in Tschetschenien einen islamischen Gottesstaat errichten will, gilt nicht nur in den Russland als Staatsfeind. Auch die USA haben ihn auf ihre Terrorliste gesetzt.

36 Menschen waren Ende Januar bei dem Anschlag auf den Flughafen ums Leben gekommen. "Diese Spezialoperation geschah auf meinen Befehl", erklärte Umarow in einer Videobotschaft. Und er fügte hinzu, dass "hunderte Brüder" für weitere Anschläge bereit stünden.

Umarow bekennt sich immer wieder zu Anschlägen, die Russland teils bis ins Mark erschüttern. Ein Vertreter der russischen Sicherheitsbehörden sagte zu dem aktuellen Fall gegenüber der Agentur Itar-Tass, sein Bekenntnis sei erwartet worden, der Wahrheitsgehalt werde noch geprüft.

Auch zu den Anschlägen auf eine Moskauer U-Bahn Ende März 2009 hatte sich der Separatistenführer bekannt. Dabei waren 40 Menschen ums Leben gekommen. Ebenso soll der Anschlag auf einen Schnellzug im November 2009 mit 28 Toten auf sein Konto gehen.

"Der Krieg kommt in die Städte"

Der Rebellenführer hatte nach den Niederlagen in den zwei Kriegen um Tschetschenien erklärt, er wolle "die Zone der militärischen Operationen auf russisches Territorium ausweiten. Der Krieg kommt in ihre Städte". In dem jüngsten Bekennervideo kündigte er an, 2011 werde ein Jahr "voller Blut und Tränen".

Die Rebellenbewegung hatte die Tschetschenische Republik Itschkeria ausgerufen, weil sie die von Moskau unterstützte Regierung unter Präsident Ramsan Kadyrow nicht anerkennt. Die kaukasische Republik hat schon seit Jahrzehnten Unabhängigkeitsbestrebungen, die in den Zeiten des Umbruchs nach 1989 wieder aufflammten.

Doch Moskau marschierte im Jahr 1994 in die Region ein. 20 Monate dauerte der Krieg, schätzungsweise 30.000 Menschen wurden getötet. Im Jahr 1999 wurde Tschetschenien schließlich von einem zweiten Krieg erschüttert, bei dem die Hauptstadt Grosny vollends zerstört wurde.

Seither gilt die Region als Unruheherd. Immer wieder gibt es Anschläge von Rebellen. Einer der schwersten Angriffe fand im Oktober 2002 statt, als Rebellen ein Moskauer Musical-Theater besetzten. Im September 2004 wurden schließlich in einer Schule in Beslan Geiseln genommmen.

Umarow soll Kontakte zu Al Qaida haben

Umarow selbst wurde von den USA auf seine Terroristenliste gesetzt. Er soll Kontakte zum Terrornetzwerk Al Qaida unterhalten. In einem Interview mir Radio Free Europe wies Umarow 2005 diesen Vorwurf zurück und bezeichnete sich als Patriot, der lediglich für die Unabhängigkeit seiner Heimat kämpfe.

Auch das Bundesamt für den Verfassungsschutz geht davon aus, dass Umarow im Nordkaukasus einen "islamistischen Gottesstaat" errichten will. Seine öffentlichen Äußerungen belegten seine "gewaltbejahende islamistische Grundhaltung", hieß es im Verfassungsschutzbericht 2006. So hatte er in dem jüngsten Bekennervideo auch seine Solidarität mit islamistischen Kämpfern in Afghanistan, Irak und Pakistan ausgedrückt.

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Einige Experten beschreiben Umarow jedoch eher als ideologischen Führer der Separatisten denn als militärischen Kommandeur. Viele Aufständische im Kaukasus lehnten eine zentrale Führung ab und operierten unabhängig, heißt es.

Doku Umarow wurde am 13. April 1964 im südtschetschenischen Dorf Charsenoi geboren. Er stammt aus demselben Klan wie der ehemalige tschetschenische Außenminister Iljas Achmadow. Umarow war Präsident der Tschetschenischen Republik Itschkeria, der Gegenbewegung zu der international anerkannten Republik Tschetschenien unter Präsident Ramsan Kadyrow.

Im Oktober 2007 erklärte Umarow sich zum "Emir des kaukasischen Emirats". Die Ausrufung des Emirats wird von mehreren führenden Mitgliedern der tschetschenischen Unabhängigkeitsbewegung abgelehnt. So erkennt der Ministerpräsident der tschetschenischen Exilregierung, Ahmed Sakajew, Umarow nicht als Präsidenten an.

Quelle: apd/AFP/das

 
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