Belagerungszustand in Ecuador: Am Donnerstag haben Polizeikräfte versucht, Präsident Rafael Correa zu stürzen. Dank der Rückendeckung des Militärs konnte der Umsturzversuch abgewehrt werden.
Die Proteste, denen sich in der Hauptstadt Quito rund 800 Polizisten anschlossen, schienen spontaner Natur. Stein des Anstoßes: Ein Gesetz, das Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes, der Polizei und der Streitkräfte Bonuszahlungen und Auszeichnungen streicht. Beförderungen sollen statt alle fünf nur noch alle sieben Jahre stattfinden.
Demonstranten und Polizisten umzingelten ein Krankenhaus, in dem sich Correa aufhielt.
Der Präsident war erst kürzlich am Knie operiert worden und flüchtete unter dem Beschuss von Tränengas in die Klinik.
Der stellte er sich schwer gezeichnet der Menge: "Wenn ihr den Präsidenten töten wollt, hier ist er! Tötet mich!"
Rettung nahte in Form der Streitkräfte, deren Kommandeur seine Loyalität gegenüber dem linksgerichteten Correa erklärt hatte.
Von den Militärs geschützt wurde der Präsident auf dem Krankenhaus gebracht. Bei der Aktion starben zwei Polizisten.
Kurz danach zeigte sich Correa, inzwischen in sichtbar besserer Verfassung, auf dem Balkon des Präsidentenpalastes dem Volk.
Bei vielen Ecuadorianern ist er durchaus populär: Er wurde Ende 2006 erstmals zum Präsidenten des südamerikanischen Landes gewählt. Im Wahlkampf hatte er sich gegen Korruption und Vetternwirtschaft gewandt und den Armen Hilfsprogramme versprochen.
Correa verdreifachte in seiner ersten Amtszeit die staatlichen Ausgaben für Bildung und Gesundheit, verdoppelte die monatliche Unterstützung für alleinerziehende Mütter auf umgerechnet 23 Euro und führte Subventionen für Kleinbauern und Hausbauer ein. Kritiker werfen ihm Arroganz vor, seit er im April vergangenen Jahres wiedergewählt wurde.
Auf dem Balkon des Präsidentenpalastes richtete er klare Worte an die Menge: "Wir sind bereit, die Demokratie zu verteidigen." Bei den Unruhen habe es sich nicht nur um eine Proteste gehandelt.
Südamerikanische Staatschefs wie Venezuelas Hugo Chavez erklärten sich spontan mit Correa solidarisch.