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Birma: UN-Gesandter trifft Oppositionsführerin

zuletzt aktualisiert: 30.09.2007 - 15:05

Rangun (RPO). In die Staatskrise in Birma kommt Bewegung: Der UN-Gesandte Ibrahim Gambari ist am Sonntag nach Angaben diplomatischer Kreise in Rangun mit der birmanischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen. Gambari war zuvor nach Gesprächen mit der birmanischen Militärjunta in deren Regierungssitz Naypyitaw nach Rangun zurückgekehrt.

Über das Gespräch mit der Oppositionsführerin sowie über Treffen mit Vertretern der Militärjunta wurden bislang keine Einzelheiten bekannt. Vor einer Stellungnahme wolle man die Gespräche Gambaris mit dem Chef der Militärjunta abwarten, teilten die Vereinten Nationen in Bangkok mit.

Der malaysische Diplomat Razali Ismail, ehemaliger Birma-Gesandter der UN, legte die Messlatte für einen Erfolg hoch. Gambari müsse "von dem Militär die Zusage erhalten, nicht auf Menschen zu schießen, die ihre Meinung kundtun", sagte er der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Derweil zog die birmanische Militärregierung am Sonntag zusätzliche Polizisten und Soldaten in den größten Städten des Landes zusammen, um weitere Proteste im Keim zu ersticken. Das Kalkül mit der massiven Präsenz der Sicherheitskräfte ging offensichtlich auf: In den Straßen Ranguns herrschte eine unheimliche Stille. Über Nacht wurden Dutzende Personen verhaftet.

Aus asiatischen diplomatischen Kreisen in Rangun hieß es, in der größten birmanischen Stadt seien rund 20.000 Soldaten und Polizisten im Einsatz. "Die Sicherheitskräfte demonstrieren ihre Stärke", sagte der Diplomat. "Ich denke, die Chance der Demonstranten, auf die Straße zu gehen und genügend Leute zu mobilisieren, um die Junta zu stürzen, ist null." Personen, die verdächtigt würden, in der vergangenen Woche Demonstrationen organisiert zu haben, würden verhaftet.

Die Zahl der Verhaftungen schätzte der Diplomat auf bis zu 1.000. Da das Hauptgefängnis überfüllt sei, würden Verhaftete nun in Universitätsgebäuden und anderen Bildungseinrichtungen festgehalten.

Kritik am westlichen Kurs gegen Birma äußerte die deutsche Wirtschaft. Er glaube nicht, dass Birma "durch Restriktionen der Europäer und Amerikaner in die richtige Richtung gelenkt werden kann", sagte Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses (APA) der deutschen Wirtschaft, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

"Mit einer Kürzung unserer Unterstützung tun wir gerade das Falsche", sagte der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF. Man sollte sich mehr Gedanken machen, wie man den Menschen in Birma helfen und die Entwicklung zu einer weniger militärisch bestimmten Führung unterstützen könne. "Wandel erreicht man durch Annäherung, nicht durch Polarisierung", sagte Hambrecht.

Quelle: ap

 
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