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UN-Kommission
Syrische Luftwaffe für Giftgasattacke im April verantwortlich

UN-Kommission: Syrische Luftwaffe für Giftgasattacke im April verantwortlich
Ein Flugzeug der syrischen Luftwaffe. FOTO: afp
Genf. Die schwere Giftgasattacke im April in Syrien geht nach Überzeugung von UN-Menschenrechtsexperten auf das Konto der syrischen Luftwaffe.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Syrien-Untersuchungskommission hieß es, es gebe handfeste Beweise, dass der Angriff mit einem in Russland gebauten und von der Luftwaffe des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad benutzten Flugzeug begangen worden sei.

Bei dem Angriff am 4. April waren mindestens 83 Zivilisten getötet und 293 verletzt worden. Die USA hatten rasch die syrische Regierung verantwortlich gemacht und einen Vergeltungsschlag gegen den Luftwaffenstützpunkt Schairat verübt. Von dort war dem UN-Bericht zufolge das Suchoi-22-Flugzeug losgeflogen. Syrische Regierungsvertreter haben eine Verantwortung abgelehnt.

Die Syrien-Untersuchungskommission habe alle möglichen Interpretationen analysiert, sagte ihr Leiter Paulo Pinheiro auf einer Pressekonferenz in Genf. Sie sei zu dem Schluss gekommen, dass der Angriff von der syrischen Luftwaffe verübt worden sei.

Der Bericht basiert auf Informationen von Satellitenaufnahmen, Videos, Fotos, Krankenakten und mehr als 300 Interviews. Mit dem Einsatz einer Sarinbombe hätten syrische Kräfte Kriegsverbrechen begangen, da sie chemische Waffen eingesetzt und ein von Zivilisten bewohntes Gebiet angegriffen hätten, heißt es in dem Bericht.

Die Kommission untersuchte für ihren jüngsten Bericht den Zeitraum von März bis Anfang Juli. Sie dokumentierte auch den Einsatz von Chlor als Waffe an drei Orten. Der Bericht behandelt auch Übergriffe von Al-Kaida und anderen bewaffneten Gruppen in Syrien.

Die Ermittler appellierten zudem an die USA und ihre Verbündeten, bei Angriffen auf die Terrormiliz Islamischer Staat Zivilisten besser zu schützen. Sie seien besorgt wegen der Auswirkungen von Luftangriffen der Allianz auf Al-Rakka. Zudem hätten die US-Streitkräfte nicht alle möglichen Vorkehrungen getätigt, um Zivilisten zu schützen, als sie im März bei Aleppo eine Moschee angriffen.

(csr/AFP)
 
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