kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Libanon: UN-Truppe kurz vor Abschuss israelischer Kampfjets

zuletzt aktualisiert: 09.11.2006 - 14:44

Paris/Tyrus (RPO). Die Französische UN-Truppe im Libanon hätte um ein Haar israelische Kampfflugzeuge abgeschossen. Die Kampfjets hatten vor neun Tagen Scheinangriffe auf die Stellungen der UN-Soldaten geflogen. Die französischen Soldaten seien "zwei Sekunden" davor gewesen, Raketen abzufeuern, sagte Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie. Nur, weil sie die Nerven behalten hätten, sei es nicht zur Katastrophe gekommen. Nach dem Vorfall bestehen schwere Spannungen zwischen Frankreich und Israel.

Nach Angaben von Alliot-Marie gingen am 31. Okotber israelische F-15-Maschinen "im Sturzflug" auf eine französische UNIFIL-Stellung im Südlibanon, bevor sie plötzlich wieder hochzogen. Dies sei üblicherweise eine "Angriffshaltung, um Bomben abzuwerfen oder Schüsse mit der Bordkanone abzugeben". Das "unverantwortliche" Verhalten der Piloten könne nicht toleriert werden. Frankreichs UNIFIL-Soldaten hätten sich in einer Situation befunden, "in der sie Notwehr-Schüsse abgeben müssen", hätten aber "eine Katastrophe gerade noch verhindert". Wegen der anfliegenden Jets hätten die Soldaten bereits die Abdeckungen ihrer Raketenstellung entfernt und sich auf Abwehrfeuer vorbereitet gehabt.

Die Flüge israelischer Kampfflugzeuge über dem Libanon haben schwere Spannungen zwischen Frankreich und Israel ausgelöst. Dennoch machte die französische Regierung den Vorfall erst in der Nacht zum Donnerstag bekannt. Die Soldaten seien damals tatsächlich "nur zwei Sekunden" davor gewesen, "auf die Flugzeuge zu feuern, die direkt unsere Truppen bedroht haben", sagte Alliot-Marie. Israels Armee erklärte, sie wisse nichts von einem solchen Zwischenfall. Paris bestellte Israels Botschafter ein und verlangte ein Ende der Libanon-Überflüge.

Flüge als "Druckmittel" auf UNO

Die libanesische Armee hatte am 31. Oktober erstmals seit Monaten auf Flugzeuge gefeuert. Mehrere Jets waren damals über die Hauptstadt Beirut und ihre schiitischen Vororte hinweggerast. Auch im Südlibanon wurden Maschinen im extremem Tiefflug gesichtet. Die libanesische Armee erklärte damals, Abwehrstellungen hätten dort das Feuer auf die Kampfjets eröffnet, um die Souveränität des Landes zu verteidigen.

Frankreich, das die UNIFIL führt, verurteilt die Flüge seit Wochen als "Verletzung der libanesischen Souveränität". Offiziell sieht Israel darin bloße Routine-Missionen zur Aufklärung. Vergangene Woche wurde aber ein internes Papier der israelischen Armeeführung bekannt. Demzufolge sollen die Flüge als "Druckmittel" eingesetzt werden, damit sich die internationale Gemeinschaft für die Freilassung der beiden am 12. Juli von der Hisbollah verschleppten israelischen Soldaten einsetzt und Waffenschmuggel aus Syrien und dem Iran an die Miliz unterbindet.

Alliot-Marie verwies auf weitere Zwischenfälle mit israelischen Jets, die "sehr schwer wiegend hätten sein können". Sie nannte Anflüge auf französische und deutsche Schiffe vor der Küste Libanons. Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte mit Blick auf den 31. Oktober, es sei "ein Wunder, dass nichts Schlimmes passiert ist". Nach dem Gespräch zwischen Douste-Blazy und Israels Botschafter Daniel Shek im Pariser Außenamt betonte auch das französische Außenministerium, es habe damals beinahe einen "schwer wiegenden Zwischenfall" gegeben. Israel müsse derartige Handlungen einstellen, sagte Ministeriumssprecher Jean-Baptiste Mattéi.

Unterdessen wurde ein neuer Überflug gemeldet. Nach libanesischen Angaben verletzte die israelische Luftwaffe am Donnerstag erneut den libanesischen Luftraum: Wie es aus Sicherheitskreisen in Tyrus hieß, überflogen zwei Jagdbomber in großer Höhe zunächst den Küstenort Nakura nahe der israelischen Grenze, wo die UNIFIL ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat. Anschließend überflogen die Maschinen den Süden des Libanon und schließlich in niedriger Höhe auch Baalbeck im Osten des Landes.

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

syrien flagge fahne RPO 2007

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. Die USA bringen einen Militäreinsatz auch ohne UN-Beschluss ins Spiel. mehr

 

Nahostreise des Bundespräsidenten

Gauck fordert Palästinenser zu Friedensgesprächen auf

 

Nach Selbstverbrennung in Lhasa

China startet Verhaftungswelle in Tibet

 

Ingenieur im Januar verschleppt

In Nigeria entführter Deutscher getötet

 
 
Top-Services