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Unruhe nach verschobene Wahlen
UN warnt vor Eskalation der Gewalt im Kongo

UN warnt vor Eskalation der Gewalt im Kongo
Eine Frau schläft auf dem Boden einer Herberge für Binnenflüchtlinge im östlichen Kongo. FOTO: dpa, dk sh wst
Genf. Die Vereinten Nationen warnen vor einer Eskalation der Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo. Die Folgen könnten dramatisch sein, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, am Mittwoch in Genf.

Er machte die Regierung des afrikanischen Landes für die Zuspitzung verantwortlich, die seit Monaten den Druck auf die Opposition stark erhöht habe.

Al-Hussein unterstützte den Bericht des für Kongo zuständigen UN-Sonderberichterstatters, Maman Sidikou, der in der Nacht zum Mittwoch im Sicherheitsrat vor einem hohen Risiko für die Stabilität des Landes gesprochen hatte. Akteure auf allen Seiten schienen mehr und mehr bereit, zur Erreichung ihrer Ziele Gewalt anzuwenden, sagte Sidikou in New York.

18.000 Soldaten vor Ort

Die Bedrohungslage überfordere die UN-Mission mit ihren 18.000 Soldaten, deren Mandat den Schutz der Zivilbevölkerung umfasst. Der Punkt, an dem die Gewalt nicht mehr zu kontrollieren sei, könne sehr schnell erreicht werden, warnte Sidikou.

Anlass der Krise sind die Verschiebung der Präsidentenwahlen sowie Gerüchte, nach denen Präsident Joseph Kabila entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidieren will. Ein prominenter Oppositionsführer war im Juni zu Haft und einer Millionenstrafe verurteilt worden.

Demonstrationen eskalierten schon

Die Opposition spricht von einem politischen Prozess. Die Sicherheitskräfte werden zudem für die Eskalation einer Demonstration im September verantwortlich gemacht, bei der Dutzende Menschen ums Leben gekommen waren.

(bur/epd)
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