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Beobachter bestätigen: Unabhängigkeit von Montenegro rückt näher

zuletzt aktualisiert: 21.05.2006 - 22:48

Podgorica (rpo). Als letzte Teilrepublik des früheren Jugoslawien hat Montenegro am Sonntag über seine Unabhängigkeit entschieden. Und nach ersten Erkenntnissen von Beobachtern hat die erforderliche Mehrheit dafür gestimmt. Die ersten offiziellen Ergebnisse folgen erst am Montag.

Nach Angaben einer Beobachtergruppe votierten 56,3 Prozent für die Trennung von Serbien. Das erklärte das unabhängige Beobachtungszentrum unter Berufung auf eigene Zählungen in den Stimmlokalen. Am Abend strömten Befürworter der Unabhängigkeit jubelnd auf die Straßen und entzündeten Feuerwerke.

Die Europäische Union hat für die Loslösung Montenegros von Serbien eine Mindestmarke von 55 Prozent festgelegt. Letzte Meinungsumfragen hatten eine knappe Mehrheit für die Trennung vorausgesagt. Die Beteiligung an dem Referendum war nach Angaben der Zentralen Wahlkommission hoch, bis zwei Stunden vor der Schließung der Stimmlokale um 21.00 Uhr gingen rund 85 Prozent der 485.000 Stimmberechtigten an die Urnen.

Abgesehen von kleineren Zwischenfällen sei die Abstimmung friedlich verlaufen, erklärte die unabhängige Beobachtergruppe Zentrum für Demokratischen Übergang am Nachmittag.

Die Unabhängigkeit Montenegros würde den endgültigen Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens besiegeln. Die Montenegriner sind in der Frage, ob sie sich aus der Union mit Serbien lösen sollen, in zwei fast gleich große Lager gespalten.

Die so genannten Souveränisten bestehen auf Montenegros historischem Recht auf Selbstständigkeit. Sie machen Serbien für den Stillstand der montenegrinischen Wirtschaft verantwortlich, weil Belgrad beim Versuch einer Annäherung an die Europäische Union gescheitert sei. Die so genannten Unionisten versprechen sich dagegen mehr Vorteile von der Konföderation. Erste offizielle Ergebnisse werden am Montag erwartet.

Quelle: ap

 
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