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Nach Lügen-Geständnis: Ungarns Ministerpräsident Gyurcsany fühlt sich diffamiert

zuletzt aktualisiert: 23.09.2006 - 14:27

München/Budapest (rpo). Der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany fühlt sich einer Diffamierungs-Kampagne ausgesetzt. Die Opposition habe den Wählern eingeredet, dass die Regierung illegitim sei und alle Mittel gegen sie erlaubt seien, sagte er in einem Zeitungsinterview. Einen Rücktritt, für den Nacht für Nacht in Budapest rund 10.000 Menschen demonstrieren, lehnte er weiterhin ab.

Aus Frustration über die zuletzt verlorene Wahl habe die konservative oppositionelle Fidesz-Parte eine Diffamierungskampagne gegen seine Regierung gestartet, sagte Gyurcsany dem Magazin "Focus" bei einem Interview.

Die Fidesz habe den Wählern eingebleut, dass die Regierung illegitim sei und alle Mittel gegen sie erlaubt seien: "Rechtsextremisten und Fußballhooligans haben dies offenbar als Wahrheit akzeptiert." Seit Anfang der Woche demonstrieren in Budapest jede Nacht Tausende zum Teil gewalttätig gegen den Regierungschef, weil er in einer parteiinternen Sitzung zugegeben hatte, die Wähler in Bezug auf die Wirtschaftslage belogen zu haben.

Er bereue sein Eingeständnis nicht, sagte Gyurcsany weiter. Er habe den Mut gehabt, "mit den Lügen Schluss zu machen, denn für mich ist das Interesse des Landes wichtiger als meine kurzfristige Popularität". Auch von einer Entschuldigung wollte Gyurcsany nichts wissen. Stattdessen solle sich die gesamte politische Elite kollektiv bei den Ungarn entschuldigen. Allerdings gab der Regierungschef zu, dass er seine Äußerungen so nie öffentlich gemacht hätte. Sie seien für den engsten Kreis bestimmt gewesen. Die Rücktrittsforderungen wies Gyurcsany zurück. "Ich mache weiter, weil ich hier viel zu tun habe", sagte er.

Die Demonstration am Freitagabend verlief nach Angaben der Polizei friedlich. Dennoch blieben die Beamten in höchster Alarmbereitschaft. Die konservative Fidesz-Partei sagte eine ursprünglich für Samstagabend geplante Großkundgebung mit bis zu 200.000 Teilnehmern aus Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen ab.

Quelle: afp

 
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