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Kommentar: Unheimlicher Iran

VON HELMUT MICHELIS - zuletzt aktualisiert: 07.02.2010 - 21:46

Das Regime in Teheran hat sich nicht nur in Sachen Menschenrechte isoliert. Es spielt auch in der Atomfrage erschreckend unbeeindruckt weiter mit dem Feuer.

Der iranische Außenminister Manutscher Mottaki trat am Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz in der Rolle eines bedrohlich erscheinenden Außerirdischen auf: Zwar deutete er friedvolle Gesprächsbereitschaft an, war aber nicht fähig zur Verständigung oder -­ noch schlimmer -­ gar nicht daran interessiert.

Am späten Abend hatte ihm die Konferenzleitung ein Forum eingeräumt, hocherfreut über Mottakis überraschendes Kommen und voll Hoffnung auf ein positives Signal aus Teheran. Aber der Monolog zur Geisterstunde sorgte für Empörung: Es waren nur Sprechblasen.

Was bezweckten die Mullahs mit dem irritierenden Auftritt ihres Sprachrohrs? Er verstärkte doch lediglich die Vermutung, dass eine Einigung im Atomstreit unendlich weit entfernt scheint. Und es wirkte schon makaber, dass die Experten anschließend unverdrossen über eine Welt ohne Atomwaffen diskutierten.

Denn nach Mottakis Auftritt in München hat die Welt noch mehr Grund, sich zu fürchten: Hat der Iran die Bombe, dürfte ein atomares Wettrüsten in Nahost nicht mehr zu stoppen sein.


 
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