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Internationaler Druck auf Mugabe wächst: Unicef warnt vor 60.000 Cholera-Fällen in Simbabwe

zuletzt aktualisiert: 07.12.2008 - 15:12

Harare (RPO). Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt vor einem dramatischen Anstieg der Cholera-Fälle in Simbabwe. Die Zahl der Erkrankten steige möglicherweise auf bis zu 60.000, sagte der UNICEF-Vertreter in Simbabwe, Roland Monasch, dem britischen Rundfunksender BBC.

Für den Cholera-Ausbruch in Simbabwe wird Großbritannien verantwortlich gemacht.  Foto: AP, AP
Für den Cholera-Ausbruch in Simbabwe wird Großbritannien verantwortlich gemacht. Foto: AP, AP

Angesichts von Cholera-Epidemie, politischem Stillstand und rasender Inflation wuchs der internationale Druck auf Simbabwes Staatschef Robert Mugabe.

Bei einer solchen Ausbreitung der Infektionskrankheit sei mit rund 2700 Todesopfern zu rechnen, sagte Monasch der BBC. Seit August starben in Simbabwe nach UN-Angaben knapp 600 Menschen an der Cholera, mehr als 12.700 sind erkrankt. Vermutlich liege die Zahl der Toten und Erkrankten jedoch höher, sagte Monasch. Viele Fälle würden nicht registriert, da viele Krankenhäuser geschlossen sein.

Der britische Premierminister Gordon Brown forderte die internationale Gemeinschaft auf, sie müsse Mugabe "entschlossen sagen: 'genug ist genug'". Er hoffe, dass sich der UN-Sicherheitsrat schnell mit der Lage in Simbabwe befassen werde, erklärte Brown am Wochenende in London. Die Krise in dem südafrikanischen Land habe internationale Ausmaße angenommen - "international, weil Seuchen grenzübergreifend sind". Aber auch vor dem Hintergrund des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte müssten die Staaten "bei der Verteidigung der Menschenrechte und der Demokratie zusammenhalten".

Die EU-Außenminister werden nach Angaben der französischen Ratspräsidentschaft voraussichtlich am Montag die Sanktionen gegen die simbabwische Führung verschärfen. Dabei soll die Liste der in der EU "unerwünschten Personen" um zehn Namen erweitert werden. Derzeit umfasst sie rund 170 Simbabwer, unter ihnen auch Staatschef Mugabe.

Die EU hatte mit weiteren Sanktionen gedroht, falls das Abkommen zur Machtteilung zwischen Regierung und der Opposition unter Morgan Tsvangirai nicht umgesetzt werde. Die politischen Rivalen streiten vor allem um die Zuständigkeit für das Innenministerium, das die Polizei kontrolliert.

Der Außenminister von Simbabwes Nachbarland Botsuana, Phandu Skelemani, schlug den anderen Ländern der Region vor, die Benzinlieferungen für die simbabwischen Armee- und Polizeifahrzeuge zu stoppen. Damit könne Mugabes Macht binnen zwei Wochen gebrochen werden, sagte er der BBC.

Am Mittwoch hatte die Regierung in Harare wegen der Cholera-Epidemie den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Die staatlichen Medien machten am Sonntag die EU für den Ausbruch der Cholera-Epidemie verantwortlich. Die Seuche sei eine Folge der EU-Sanktionen gegen Simbabwe, hieß es in einem Leitartikel der staatlichen Zeitung "The Sunday Mail". Dem Land würden Devisen vorenthalten, die dringend für den Kauf von Chemikalien zur Trinkwasserdesinfektion benötigt würden.

Quelle: AFP

 
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