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Autopsie beantragt: UNO will zu Tod von syrischem Minister ermitteln

zuletzt aktualisiert: 15.10.2005 - 13:49

Beirut (rpo). Der deutsche UN-Sonderermittler Detlev Mehlis will sich einem Pressebericht zufolge in den Todesfall des syrischen Innenministers Ghasi Kanaan einschalten. Der frühere syrische Geheimdienstschef im Libanon hatte sich nach offizieller Darstellung am Mittwoch das Leben genommen.

Mehlis habe die syrischen Behörden gebeten, ihm die Genehmigung für Ermittlungen im Fall Kanaan zu erteilen, berichtete die libanesische Tageszeitung "As-Safir" am Samstag. Kanaan war zuvor von Mehlis als Zeuge zu dem tödlichen Anschlag auf den früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri vernommen worden.

Mehlis habe die syrischen Behörden gebeten, eine Autopsie von Kanaans Leiche vornehmen zu dürfen, berichtete "As-Safir" weiter. Nach Angaben der Regierung in Damaskus hatte sich der Minister am Mittwoch in seinem Büro mit seiner Dienstwaffe in den Mund geschossen. Einige libanesische Zeitungen hatten diese Darstellung in Zweifel gezogen.

Ende September war Kanaan vom UN-Sonderermittlungsteam unter der Führung des Deutschen Mehlis zum Fall des früheren libanesischen Regierungschefs Hariri vernommen worden, der am 14. Februar in Beirut bei einem Bombenattentat getötet worden war. Der Mord an Hariri hatte im Libanon massive Proteste der anti-syrischen Opposition ausgelöst, die Damaskus für das Attentat verantwortlich machte.

Wachsender internationaler Druck hatte Syrien schließlich dazu gebracht, seine Truppen im April nach fast drei Jahrzehnten aus dem Nachbarland abzuziehen. Mehlis will das Ergebnis der Ermittlungen zu dem Attentat Ende Oktober vorlegen. Libanon hat eine Verlängerung von Mehlis' Mandat bis Dezember beantragt.

Quelle: afp

 
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