Kenia: Unruhen forderten schon 800 Menschenleben
zuletzt aktualisiert: 28.01.2008 - 09:34Naivasha/Kenia (RPO). Bei den Unruhen nach den Präsidentschaftswahlen in Kenia sind bislang fast 800 Menschen getötet worden. Auch zum Wochenbeginn haben sich die Auseinandersetzungen der rivalisierenden Stämme in der Stadt Naivasha fortgesetzt. Die Anhänger gingen mit Macheten und Steinen aufeinander los. Polizisten trennten beide Lager, indem sie Warnschüsse in die Luft abgaben.
In Naivasha wurden am Wochenende nach offiziellen Angaben mindestens 22 Menschen getötet. Mindestens fünf von ihnen wurden in ihren Häusern verbrannt, wie ein Polizeisprecher erklärte. Andere wurden nach Angaben eines örtlichen Reporters mit Macheten erschlagen.
In die Leichenhalle von Nakuru, der Hauptstadt der Provinz Rift Valley, wurden nach Kämpfen zwischen Kikuyu und Mitgliedern anderer Stämme am Sonntag rund 60 Tote in die Leichenhalle eingeliefert.
Die Kikuyu sind der Stamm des Präsidenten Mwai Kibaki, der Ende Dezember in einer höchst umstrittenen Wahl für eine zweite Amtszeit bestätigt wurde. Oppositionsführer Raila Odinga gehört dem Stamm der Luo an.
Seitdem Kibaki zum Sieger der Wahl vom 27. Dezember erklärt wurde, kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei und Stammeskämpfen. Anfangs waren vor allem Kikuyu unter den Opfern. Jetzt sind sie offenbar zur Offensive übergegangen. Derzeit bemüht sich der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan um Vermittlung in dem Konflikt.
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