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Oberster Gerichtshof in Flammen: Unruhen im Kongo spitzen sich zu

zuletzt aktualisiert: 21.11.2006 - 17:24

Kinshasa (RPO). Im Kongo flackert nach der Präsidentschaftsstichwahl immer wieder Gewalt auf. Anhänger des unterlegenen Kandidaten Jean-Pierre Bemba plünderten Teile des Obersten Gerichtshofes in der Hauptstadt Kinshasa, später ging das Gebäude in Flammen auf. Randalierer gaben Schüsse auf die Polizei ab. Blauhelm-Soldaten vertrieben sie ihrerseits mit Warnschüssen.

Am frühen Nachmittag stieg eine große schwarze Rauchwolke aus dem Gebäude des Obersten Gerichtshofes auf. Feuerwehreinheiten der UN-Truppe MONUC halfen der örtlichen Feuerwehr, die Flammen waren am Nachmittag unter Kontrolle.

Ein kleiner Anbau des Gerichts soll den Flammen zum Opfer gefallen, und auch das Erdgschoss des Hauptgebäudes soll betroffen gewesen sein. Zuvor hatten Anhänger Bembas vor dem Gebäude zwei Polizeiautos angezündet.

Das Oberste Gericht prüft die Beschwerde des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Bemba gegen das Ergebnis der Stichwahl von Ende Oktober. Bembas Partei macht Unregelmäßigkeiten, Wahlbetrug und Wahlmanipulationen geltend.

Die Unruhen begannen gegen elf Uhr, als die Polizei versuchte, etwa zweihundert Anhänger Bembas zu vertreiben. Diese flohen in Richtung des Sitzes des Präsidentschaftskandidaten. Nach Berichten schossen Anhänger Bembas von dort auf die Polizei. Viele der Polizisten flohen, worauf die Bewaffneten neben dem Obersten Gerichtshof Stellung bezogen.

Die gewöhnlich am Gericht stationierten MONUC-Panzer griffen zunächst nicht in die Kämpfe ein. Einige zogen sogar ab. Später verstärkte die MONUC die Bewachung des Gerichts mit rund zehn zusätzlichen Panzern. Rund eine halbe Stunde nach Ausbruch der Gewalt, gegen 13.30 Uhr, schien sie die Lage wieder zu kontrollieren. Die meisten Angreifer hatten sich da bereits zurückgezogen.

Quelle: afp

 
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