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Moschee besetzt: Unruhen in Pakistan weiten sich aus

zuletzt aktualisiert: 29.07.2007 - 19:35

Peshawar (RPO). 150 bewaffnete und maskierte Männer haben im Norden Pakistans eine Moschee besetzt. Die Besetzer benannten das Gotteshaus in "Rote Moschee" um, berichten Anwohner. Offenbar dient die Rote Moschee in der Hauptstadt Islamabad als Vorbild. Sie war das Zentrum radikaler Koranschüler und noch am Freitag Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen.

Am 10. Juli wurde sie nach einer mehrtägigen Belagerung von Regierungstruppen gestürmt worden. Mindestens 80 Menschen kamen dabei ums Leben.

Ein Sprecher der Besetzer in Lakaro in der Region Mohmand nahe der afghanischen Grenze teilte vor Ort mit, die besetzte Moschee heiße jetzt "Lal Masjid" (Rote Moschee). Eine Koranschule für Mädchen nach dem Vorbild Islamabads werde schon bald dort eröffnet. Anwohner sagten, bewaffnete Kämpfer hätten auf dem Dach der Moschee und in der näheren Umgebung Stellung bezogen. Das nördliche Grenzgebiet Pakistans wird trotz der Stationierung von 90.000 Soldaten von Stämmen und Milizen kontrolliert, die den radikalislamischen Taliban nahe stehen.

In Islamabad hatten die Behörden nach der tagelangen Belagerung die Einschusslöcher zuspachteln und das Gotteshaus gelb streichen lassen, sowie die Koranschule für Mädchen abgerissen. Die Wiedereröffnung der Moschee am Freitag wurde umgehend durch radikale Koranschüler gestört, kurz darauf sprengte sich ein Attentäter in unmittelbarer Nähe in die Luft und riss 13 Menschen mit in den Tod. Seither ist die Rote Moschee auf unbegrenzte Zeit geschlossen.

Bei einer Explosion in einem Touristenbus sind indes im indischen Teil Kaschmirs mindestens fünf Menschen getötet und etwa ein Dutzend weitere verletzt worden. Unter den Toten waren laut Polizei zwei kleine Mädchen, zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Die Detonation ereignete sich demnach in der indischen Kaschmir-Hauptstadt Srinagar, bei den Shalimar-Gärten, einem beliebten Touristenziel im Norden der Stadt. Die Explosionsursache war zunächst unbekannt.

Die seit 1947 zwischen Indien und Pakistan aufgeteilte Grenzregion Kaschmir ist ein Zankapfel der beiden Atommächte, die bereits zwei Kriege um das Gebiet im Himalaja führten. Radikalislamische Aufständische kämpfen für die Loslösung Kaschmirs von Indien. Dabei wurden seit 1989 nach amtlichen Angaben mehr als 42.000 Menschen getötet. Der Konflikt dauert ungeachtet des 2004 eingeleiteten Friedensprozesses an.

Quelle: afp

 
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