Oppositionsführerin drohen fünf Jahre Haft: Urteil im Prozess gegen Suu Kyi verschoben
zuletzt aktualisiert: 31.07.2009 - 06:05Rangun (RPO). Im Prozess gegen die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wird erst am 11. August ein Urteil gefällt. Das gab ein Regierungsvertreter in Rangun bekannt. Die Entscheidung war ursprünglich für Freitag erwartet worden.
Die Polizei riegelte das Gerichtsgebäude ab, Straßen wurden mit Stacheldraht versperrt. Beobachter erwarten in dem am 18. Mai begonnenen Verfahren einen Schuldspruch. Der Friedensnobelpreisträgerin drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Suu Kyis Anwalt Nyan Win zeigte sich am Freitag zuversichtlich, "dass wir gewinnen werden, wenn die Dinge entsprechend dem Gesetz laufen". Der Oppositionsführerin wird ein Verstoß gegen Auflagen ihres Hausarrests vorgeworfen. Auslöser für das Verfahren war der unerwünschte Besuch eines US-Bürgers, der über einen See zum Haus von Suu Kyi geschwommen war und zwei Tage von ihr aufgenommen wurde. Der Zwischenfall wurde entdeckt, und die 64-Jährige wurde ins Gefängnis gesteckt. Mitangeklagt sind der US-Bürger John Yettaw sowie zwei Mitarbeiterinnen von Suu Kyi. Der Prozess stieß international auf heftige Kritik.
Birma (Myanmar) wird seit 1962 von Generälen regiert. Die von Suu Kyi geführte Nationale Liga für Demokratie (NLD) gewann zwar die Parlamentswahl von 1990. Die Militärjunta weigerte sich danach aber, die Macht an eine zivile Regierung der NLD zu übergeben. Suu Kyi war 14 der vergangenen 20 Jahre im Gefängnis oder stand unter Hausarrest.
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