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Kampfeinsätze
US-Armee öffnet alle Einheiten für Frauen

Kampfeinsätze: US-Armee öffnet alle Einheiten für Frauen
Eine US-Soldatin im Irak (Archivfoto): Frauen sollen künftig in allen Einheiten kämpfen dürfen. FOTO: afp, nk/rix
Washington. In der US-Armee soll binnen 30 Tagen völlige Gleichberechtigung herrschen. Das hat Verteidigungsminister Ashton Carter am Donnerstag verkündet. Frauen sollen dann in sämtlichen Einheiten kämpfen dürfen - auch in Elitetrupps wie den Navy Seals.

US-Präsident Barack Obama wertet die Entscheidung als eine logische Konsequenz der gesellschaftlichen Entwicklung. "Als wir die Trennung von Schwarzen und Weißen im Militär aufgehoben haben, wurde es stärker. Als wir schwulen und lesbischen Amerikanern im Militär erlaubt haben, mit ihrer sexuellen Ausrichtung offen umzugehen, wurde es stärker", erklärte Obama in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Heute erwiesen sich die Streitkräfte aller Patrioten als würdig, die dienen wollten: Männern und Frauen.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte den historischen Schritt am Donnerstag verkündet. Insgesamt geht es um 220.000 Positionen, die Frauen bisher verwehrt waren. Soldatinnen dürfen nun auch bei den Marines und Spezialeinheiten wie den Navy Seals, den Green Berets oder als Fallschirmspringer dienen.

"Bedeutender Schritt in der Geschichte unseres Militärs"

Ein Frauennetzwerk im Militär begrüßte die Neuerung. "Das ist ein bedeutender Schritt in der Geschichte unseres Militärs und wird sicherstellen, dass unsere Streitkräfte unabhängig vom Geschlecht Einzelner die stärksten und fähigsten bleiben", hieß es.

Der republikanische Senator John McCain und der einflussreiche Republikaner Mac Thornberry erklärten in einem gemeinsamen Statement, Carters Entscheidung werde sich positiv auf die Kampffähigkeit des Militärs auswirken.

In den vergangenen Jahren haben die USA die Zahl ihrer Soldaten kontinuierlich reduziert. 2014 zählte das Pentagon 1,3 Millionen Soldatinnen und Soldaten, knapp zwölf Prozent weniger als 1995. Von den 1,3 Millionen waren rund 15 Prozent Frauen.

Seit 1957 dürfen Frauen die US-Militärakademien besuchen. Im Jahr 1993 wurde ihnen gestattet, Kampfflugzeuge zu fliegen und Kriegsschiffe zu kommandieren. In diesem Jahr schlossen erstmals zwei weibliche Soldaten die Ausbildung als Ranger ab. Alle Truppenteile müssen dem Pentagon binnen 30 Tagen Vorschläge machen, wie sie die Pläne umsetzen werden.

(jco/dpa)
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