Rechte der Schwarzen: US-Bürgerrechtler nach 47 Jahren begnadigt
zuletzt aktualisiert: 12.08.2009 - 09:19Birmingham (RPO). Der Bürgermeister einer Stadt in Alabama hat mehrere tausend Demonstranten rehabilitiert, die sich vor 47 Jahren für die Rechte der Schwarzen eingesetzt haben und deswegen verurteilt wurden. Auch nach dieser langen Zeit sei ein solches Signal der Verzeihung wichtig, erklärte Larry Langford, der Bürgermeister von Birmingham.
Der Bürgerrechtler Bishop Calvin Woods nahm die Begnadigung im Namen der Betroffenen entgegen. Juristische Grundlage ist ein vor drei Jahren verabschiedetes Gesetz in Alabama, wonach die Vorstrafen von Teilnehmern gewaltfreier Demonstrationen der Bürgerrechtsbewegung auf Antrag getilgt werden können. Allerdings ist bislang kein einziger Antrag eingegangen. Dieses "Rosa-Parks-Gesetz" ist nach der Bürgerrechtlerin in Montgomery benannt, die sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Mann zu räumen.
Die symbolische Begnadigung durch den Bürgermeister wird von vielen Teilnehmern der Protestbewegung in den 60er Jahren abgelehnt, die ihre Vorstrafe als Ehrenzeichen betrachten. "Wir sind ins Gefängnis gegangen, um frei zu sein", sagte die Pfarrerin Gwendolyn Webb-Happling, die als 14-Jährige bei einer Demonstration in Birmingham verhaftet wurde.
"Wir sind stolz auf das, was wir getan haben." Der Leiter eines Oral-History-Projekts beim Birmingham Civil Rights Institute, Horace Huntley, sagte, die Begnadigung komme viel zu spät. "Ich habe mit Leuten gesprochen, die wegen ihrer Verhaftung keine Arbeit mehr finden konnten. Heute sind sie im Rentenalter."
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