| 15.43 Uhr

Homosexuelle in den USA
Ladenbesitzer darf Schwule offen diskriminieren

US-Ladenbesitzer diskriminiert Schwule – und ist im Recht
So mancher US-Sender zeigte in den vergangenen Tagen das Schild im Laden von Amyx, wie diverse Youtube-Videos zeigen. FOTO: Screenshot Youtube
Washington. Die USA sind ein Land der Gegensätze. Vor wenigen Tagen erstrahlte das Weiße Haus in Regenbogenfarben. Doch in den Bundesstaaten werden andere Debatten geführt. Ein Ladenbesitzer in Tennessee stellte ein Schild auf: "Keine Schwulen erlaubt!" – und tat dies mit der Rückendeckung des Gesetzgebers. Von Dana Schülbe

Jeff Amyx ist nicht einverstanden mit der Entscheidung des Supreme Courts, die Homo-Ehe in allen US-Bundesstaaten zu erlauben. Und das machte er mit dem Schild im Fenster seines Geschäftes deutlich. Für den Baptisten sind schwule und lesbische Partnerschaften nicht mit seiner Religion vereinbar, mit dem Schild wollte er ein Zeichen gegen die Gerichtsentscheidung setzen, wie er lokalen Medien sagte. 

Seither steht das Telefon in seinem Geschäft nicht still, sogar eine Facebook-Gruppe zum Boykott des Geschäfts wurde gegründet. Doch Amyx bleibt bei seiner Meinung – auch wenn er das Schild nur wenige Tage später durch ein anderes ersetzte. Darauf ist nun zu lesen: "Wir behalten uns das Recht vor, jedem den Service zu verweigern, der unser Recht auf freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit verletzt."

Fotos: Jubel in Washington nach Legalisierung der Homo-Ehe FOTO: dpa, mr lb lof mbk

Tatsächlich hat der Geschäftsinhaber nicht gegen Diskriminierungsgesetze verstoßen. So berichtet der lokale Sender WBIR, eine Tochtergesellschaft von CBS, dass lokale Geschäftsinhaber in Tennessee durchaus das Recht haben, Kunden ihre Dienste zu verweigern – solange sie damit nicht gegen das Gesetz des US-Bundesstaates zum Schutz der Menschenrechte verstoßen.

Das tat Jeff Amyx nicht, denn danach wäre eine Verletzung des Gesetzes gegeben, wenn es Diskriminierung aufgrund von Alter, Geschlecht oder Hautfarbe gegeben hätte. "Es gibt keine Regeln gegen die Diskriminierung von jemandem aufgrund seiner sexuellen Orientierung", sagte Rechtsanwalt Dennis Francis dem Sender. Und das betrifft nicht nur den Bundesstaat Tennessee, sondern viele andere US-Staaten ebenso.

USA feiert Homo-Ehe: Weißes Haus in Regenbogenfarben FOTO: dpa, mr ms

Bereits Ende Juni hatten US-Medien wie die "Los Angeles Times" berichtet, dass gerade einmal 22 US-Bundesstaaten und der District of Columbia Gesetze gegen die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung erlassen hätten, was etwa zu Problemen am Arbeitsplatz führen könnte.

"Das Problem ist, dass, wenn die Homo-Ehe kommt und homosexuelle Paare heiraten, einige von ihnen deshalb ihren Job verlieren könnten", zitiert die Zeitung Bryan Gatewood, einen Anwalt aus Louisville, der sich auf die Rechte von Homosexuellen spezialisiert hat. Er befürchtete, dass die Entscheidung des Supreme Courts entsprechende Gegenreaktionen von Konservativen in einigen Staaten und Städten auslösen könnte.

"Das ist die nächste Herausforderung nach der Homo-Ehe", so Gatewood und meint damit, Rechtsvorschriften auf Bundesebene zu erlassen, die Homosexuellen Schutz vor Diskriminierung in allen Bundesstaaten bieten sollten. Eine entsprechende Vorlage soll demnach in den nächsten Wochen ins Repräsentantenhaus und in den Senat eingebracht werden.

 
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.