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US-Präsident auf den Philippinen
Trump und Duterte sprechen nur "kurz" über Menschenrechte

US-Präsident auf Asienreise: Trump und Duterte sprechen nur kurz über Menschenrechte
US-Präsident Donald Trump (l.) und der philippinische Präsident Rodrigo Duterte. FOTO: ap, ROL AF
Manila. Der philippinische Präsident Duterte wird international wegen seines brutalen Drogenkrieges kritisiert. Barack Obama nannte er bei mehreren Gelegenheiten einen Hurensohn. US-Präsident Trump hob bei einem Besuch in Manila dennoch sein gutes Verhältnis zu Duterte hervor.

Mit Rodrigo Duterte verbinde ihn eine "tolle Beziehung", sagte Trump am Montag am Rande des Gipfels der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Das Thema Menschenrechte spielte bei dem Treffen hingegen keine große Rolle, Trump sprach sie nach Angaben seiner Sprecherin nur "kurz" an. Menschenrechtsgruppen hatten Trump aufgefordert, den von Duterte entfesselten Drogenkrieg klar zu verurteilen. Duterte hatte aber bereits am Sonntag gesagt, er erwarte von Trump keine Ermahnung zu diesem Thema.

Schon der freundliche Empfang am Sonntag schien Dutertes Erwartung zu bestätigen: Bei einem Staatsbankett saßen beide Präsidenten lächelnd nebeneinander und stießen mit Champagnergläsern an. Der 72-jährige Duterte gab schließlich sogar ein philippinisches Liebeslied zum Besten - angeblich auf Wunsch des US-Präsidenten.

"Habe es genossen, hier zu sein"

Auch bei den offiziellen Beratungen am Montag schienen sich die beiden Staatschefs gut zu verstehen. Die Gespräche seien bislang "sehr erfolgreich" verlaufen, sagte Trump vor seinem bilateralen Treffen mit Duterte. "Ich habe es wirklich genossen, hier zu sein." Auf die Frage eines Journalisten, ob Trump die Menschenrechtslage ansprechen werde, gaben weder er noch Duterte eine Antwort.

Dutertes Sprechers betonte später mehrfach, dass Trump die Menschenrechtslage in dem 40-minütigen Gespräch nicht angesprochen habe. Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte dagegen, Trump habe das Thema zur Sprache gebracht, wenn auch nur "kurz".

Seit Dutertes Amtsantritt hat die philippinische Polizei nach eigenen Angaben fast 4000 Menschen im Kampf gegen die Drogenkriminalität getötet, der Präsident lässt den Sicherheitskräften dabei weitgehend freie Hand. Menschenrechtsgruppen sprechen von einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Duterte beleidigte Obama mehrfach

Duterte brüstet sich sogar damit, als Bürgermeister der Stadt Davao höchstpersönlich Kriminelle erschossen zu haben. Vergangene Woche sagte er in Vietnam, er habe schon als 16-Jähriger einen Menschen erstochen.

Bis zu Dutertes Amtsantritt waren die Philippinen einer der wichtigsten und loyalsten Verbündeten der USA in Asien. Zuletzt hatten sich die Beziehungen aber deutlich abgekühlt. Duterte beleidigte Trumps Vorgänger Barack Obama wiederholt als "Hurensohn" und verkündete im vergangenen Jahr eine "Trennung von den USA". Bei dem Treffen mit Trump bekräftigte Duterte nun, die Philippinen stünden eng zu den USA. "Wir sind ein wichtiger Verbündeter", fügte der Staatschef hinzu.

In Manila protestierten unterdessen fast 2000 Menschen gegen Trump. Die Demonstranten trugen auch Figuren des US-Präsidenten, darunter eine mit vier Armen in der Form eines Hakenkreuzes, durch die Straßen. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

(ate/AFP)
 
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