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Asien-Reise des US-Präsidenten
Trumps "strategische Geduld" mit Nordkorea am Ende

Eindrücke vom Auftakt der Asienreise
Eindrücke vom Auftakt der Asienreise FOTO: afp
Tokio . Bei seiner Asien-Reise hat US-Präsident Trump seine Warnungen an Nordkorea im Atomkonflikt erneuert: "Die Ära der strategischen Geduld ist zu Ende." Japans Regierungschef Abe stimmt zu.

Das sagte Trump am Montag nach einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Tokio. Das nordkoreanische Atomprogramm bezeichnete Trump als "Bedrohung für die zivilisierte Welt und für den internationalen Frieden und die Stabilität".

Abe sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, Japan unterstütze "stets" Präsident Trumps Politik, wonach "alle Optionen auf dem Tisch liegen". Zugleich kündigte Abe weitere Sanktionen gegen Pjöngjang an. "Wir werden morgen beschließen, die Vermögen von 35 Organisationen und Einzelpersonen einzufrieren", die im Zusammenhang mit Entführungen von Japanern durch Nordkorea oder dem Atomprogramm stünden.

Dies sei nicht die Zeit für Dialog mit Nordkorea. Dialog um des Dialoges willen mache keinen Sinn, sagte Abe. "Wir wollen durch alle möglichen Mittel den Druck auf Nordkorea bis zum Maximalen erhöhen", sagte Japans Regierungschef. Japan steht unter dem atomaren Schutzschild der USA. Zugleich ist Japan wichtiger Verbündeter der USA in der Region.

Die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel sowie zwischen Washington und seinen regionalen Verbündeten auf der einen Seite und Pjöngjang auf der anderen hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft.

Japaner entführt

Nordkorea hatte Anfang September nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem testete Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen. Trump drohte Nordkorea in einer Rede vor den Vereinten Nationen mit dessen "völliger Zerstörung".

Der Spannungen zwischen Tokio und Pjöngjang bestehen schon mehrere Jahrzehnte. Besonders das Schicksal der entführten Japaner belastet seit langem die Beziehungen. Nordkorea hatte vor gut einem Jahrzehnt zugegeben, in den 1970er und 1980er Jahren 13 Japaner entführt zu haben, um den eigenen Geheimdienstagenten die Sprache und Gebräuche der Japaner beizubringen.

Fünf der Entführten durften später in ihre Heimat zurückkehren, die übrigen acht wurden von Pjöngjang für tot erklärt. Tokio geht von dutzenden, wenn nicht gar hunderten Entführten aus.

(csr/AFP)
 
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