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Gedenktag
Trump reizt Türkei mit Aussage zu Armenien-Massaker

US-Präsident Donald Trump verärgert Türkei mit Aussage zu Armenien-Massaker
US-Präsident Donald Trump Anfang April in seiner Residenz Mar-al-Lago im US-Bundesstaat Florida. FOTO: ap
Washington. Mit Äußerungen zu den Massentötungen von Armeniern im Ersten Weltkrieg hat US-Präsident Trump die türkische Regierung verärgert. Anlässlich des jährlichen Gedenktages hatte Trump diese als "eine der schlimmsten Massen-Gräueltaten des 20. Jahrhunderts" bezeichnet.

US-Präsident Trump mahnte zudem, an die Massaker zu erinnern. "Wir müssen an Gräueltaten erinnern, um zu verhindern, dass sie wieder geschehen", erklärte Trump. Bei den Massentötungen kamen zwischen 1915 und 1917 hunderttausende Armenier ums Leben. Die Türkei weigert sich, die Ereignisse als Völkermord anzuerkennen. 

Das türkische Außenministerium kritisierte die Äußerungen des US-Präsidenten als "Fehlinformation" und "falsche Definition". Die Türkei erwarte von der neuen US-Regierung, sich keine "einseitige historische Sichtweise von Kreisen zu eigen zu machen, die für ihren Hang zu Gewalt und Hassreden bekannt sind", hieß es in einer Erklärung. Die US-Regierung müsse "das Leiden aller Seiten in Betracht ziehen". Vor der türkischen Botschaft in Washington protestierten Anhänger beider Seiten, die von der Polizei auseinander gehalten wurden.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, Trumps Äußerungen unterschieden sich nicht von denen früherer US-Regierungen. Das US-Außenministerium verwies darauf, dass Trump nicht von "Genozid" gesprochen habe.

Aus Sicht der Türkei, dem Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs, handelt es sich bei den Ereignissen in den Jahren 1915 bis 1917 um einen Bürgerkrieg zwischen Türken und Armeniern, bei denen beide Seiten zahlreiche Opfer zu beklagen hatten. Die Armenier sprechen dagegen von einem systematischen Völkermord der osmanischen Führung, dem 1,5 Millionen Armenier zum Opfer fielen. Auch der Bundestag hatte im vergangenen Jahr in einer Resolution erstmals von einem Völkermord gesprochen und damit die Türkei verärgert.

 

(kess/AFP)
 
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