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Trump nach FBI-Rauswurf
"Nichts wurde geheim mit Russland abgesprochen"

US-Präsident Trump: Nichts wurde mit Russland abgesprochen
Der US-Präsident im Fernsehinterview am Abend. FOTO: ap
Washington . US-Präsident Donald Trump hat Verbindungen seines Wahlkampfteams nach Moskau zurückgewiesen. Den Rauswurf des FBI-Chefs verteidigt er. Comey sei ein "Aufschneider" und "Angeber". 

"Es gibt keine Geheimabsprachen zwischen mir, meiner Kampagne und den Russen", sagte er in einem Fernsehinterview mit dem US-Sender NBC News am Donnerstag (Ortszeit). Zudem wiederholte er seine Einschätzung, die Russen hätten die Wahl nicht beeinflusst.

Generell versicherte der Präsident aber, offen für Ermittlungen zu sein. "Wenn Russland oder jemand anderes versucht, in unsere Wahlen einzugreifen ist das eine schreckliche Sache." Er wolle der Sache auf den Grund gehen und sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiere.

Das Interview folgte nur wenige Tage auf Trumps Entlassung von FBI-Chef James Comey. Diese hatte für Empörung unter Demokraten und einigen Republikanern gesorgt. In dem NBC-Interview bezeichnete Trump Comey als "Aufschneider" und "Angeber". Das FBI sei in Aufruhr gewesen und habe sich bis heute nicht davon erholt.

"Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern"

Trump erklärte, er habe die Entlassung unabhängig von der Empfehlung seines Vizejustizministers Rod Rosenstein geplant. Er habe sich zu diesem Schritt bereits entschlossen gehabt, bevor er am Montag mit Justizminister Jeff Sessions und Rosenstein zusammengetroffen sei. "Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern." Das Weiße Haus hatte zuvor noch mitgeteilt, Trump habe Sessions und Rosenstein nach ihrer Meinung gefragt und dann auf deren Empfehlung gehandelt.

Im gleichen Gespräch bekräftigte der US-Präsident, er wisse, dass im Zusammenhang mit der möglichen Russland-Affäre nicht gegen ihn ermittelt werde. Er habe Comey gerade heraus gefragt, ob es möglich sei, zu erfahren, ob es Ermittlungen gegen ihn gebe. Der damalige FBI-Direktor habe ihm gesagt: "Gegen Sie wird nicht ermittelt." Das Thema sei zu drei Anlässen besprochen worden, bei einem Abendessen und in zwei Telefongesprächen.

Gleichzeitig deutete Trump einen Zusammenhang zwischen Comeys Entlassung und den Russland-Ermittlungen an. "Als ich mich entschloss, es zu tun, habe ich mir gesagt, diese Russland-Sache mit Trump und Russland ist eine erfundene Geschichte."

McCabe widerspricht dem Weißen Haus

Unterdessen widersprach der geschäftsführender Nachfolger Comeys, Andrew McCabe, einer Darstellung des Weißen Hauses. Anders als berichtet, habe Comey die Unterstützung seiner Mitarbeiter im FBI nicht verloren gehabt. Er selbst empfinde Hochachtung für Comey, sagte McCabe. Es sei "das größte Privileg" seiner Karriere gewesen, unter diesem gedient zu haben, erklärte er bei einer Anhörung vor US-Senatoren.

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Charles Schumer, kündigte währenddessen an, in der Sache werde in der kommenden Woche der Vize-Justizminister Rosenstein im Senat angehört. Schumer sagte am Donnerstag, der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell habe sich damit einverstanden erklärt.

Demokraten wollen Kritiker befragen

Die Demokraten wollen Rosenstein zu einer Notiz befragen, in der dieser Comey kritisierte. Das Schreiben war vom Weißen Haus als Rechtfertigung für Comeys Entlassung zitiert worden. Die Demokraten hoffen laut Schumer, auch Justizminister Sessions vorladen zu können.
Ihr Ziel ist es, ein unabhängiges Sondergremium einzurichten, das die mögliche russische Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf überprüft. Die Republikaner lehnen das ab.

Indes rief der US-Präsident am Donnerstag mit einer Exekutivanordnung eine Kommission ins Leben, die mutmaßlichen Wahlbetrug im Wahlsystem des Landes untersuchen soll. Das Gremium soll Vorwürfen nachgehen, es habe in US-Staaten und landesweit eine unzulässige Stimmabgabe und betrügerische Wählerregistrierung gegeben.

Leiter der Kommission sollen Vizepräsident Mike Pence und Kris Kobach aus Kansas sein. Trump hatte ohne Vorlage von Beweisen erklärt, dass drei bis fünf Millionen Menschen bei seiner Präsidentschaftskampagne 2016 gegen die Demokratin Hillary Clinton illegal gewählt hätten.

(juju/ap/REU)
 
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