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Terry Jones ap 2010 Panorama
  Foto: Orlando Sentinel, AP
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Streit um geplante Koranverbrennung: US-Regierung erwägt Gespräch mit Pastor

zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 21:02

Washington (RPO). Im Streit um die geplante Koran-Verbrennung in den USA erwägt die Regierung in Washington direkte Gespräche mit dem federführenden Pastor. Die Möglichkeit eines direkten Appells an den Chef der kleinen Fundamentalistengemeinde Dove World Outreach Center in Gainesville werde derzeit in der Regierung diskutiert. FBI-Agenten haben den Pastor bereits aufgesucht.

Agenten der US-Bundespolizei FBI haben am Donnerstag den evangelikalen Pastor Terry Jones aufgesucht, der mit seinen geplanten Koranverbrennungen weltweit Protest und Besorgnis ausgelöst hat. Die Beamten kamen zu einem etwa halbstündigen Gespräch mit dem Pfarrer in Gainesville in Florida zusammen. Ein Sprecher von Jones' Kirchengemeinde wollte über den Inhalt der Unterredung keine Angaben machen. Jones werde noch im Laufe des Donnerstags eine Erklärung abgeben, sagte Sprecher Wayne Sapp.  

Jones hatte zuvor in einem Interview angekündigt, er werde seine Pläne "definitiv überdenken", falls die Regierung das Gespräch mit ihm sucht. Das US-Außenministerium gab derweil im Zusammenhang mit der geplanten Aktion eine allgemeine Reisewarnung an US-Bürger heraus. Es bestehe die Gefahr gewaltsamer Gegenproteste in muslimischen Ländern, erklärte das State Department. Reisende in den betreffenden Staaten sollten aufmerksam die Lage beobachten und die Teilnahme an Kundgebungen vermeiden.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat am Donnerstag eine weltweite Warnung an ihre 188 Mitgliedsländer wegen der in den USA geplanten Koranverbrennungen herausgegeben. Es bestehe ein große Wahrscheinlichkeit, dass es wehen der Aktion zu Gewalttaten kommen.

Interpol warnt vor "tragischen Konsequenzen"

Interpol erklärte, der pakistanische Innenminister Rehman Malik habe die Organisation aufgefordert, andere Polizeiorganisationen auf die gewachsene Gefahr von Terroranschlägen hinzuweisen. Die herausgegebene Warnung beruhe auf den Hinweise Pakistans und der eigenen Einschätzung, dass die Koranverbrennung am Samstag "tragische Konsequenzen" haben könne.

Ein zweiter US-Geistlicher hat für Samstag eine Koranverbrennung angekündigt. Reverend Bob Old, ein früherer Baptisten-Pastor und derzeit Leiter einer fundamentalistischen Gruppe namens Disciples of Christ (Jünger Christi) im Bundesstaat Tennessee, teilte mit, er werde zum Jahrestag der Terroranschläge des 11. September auf seinem Grundstück eine Ausgabe des Koran verbrennen und ein Video davon ins Internet stellen.

"Wenn die ihre Religion haben wollen, sollen sie sie anderswo haben", zitiert die Tageszeitung "The Tennessean" (Onlineausgabe) den Mann. Lokale Religionsvertreter verurteilten das Vorhaben als "verrückt".

Aktivisten des sogenannten Dove World Outreach Center um ihren Pastor Terry Jones angekündigt, am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 demonstrativ Koranexemplare entzünden. Sie lösten damit weltweit Proteste von Sprechern verschiedener Religionen aus.

In Afghanistan und Indonesien wurden US-Flaggen verbrannt. Die Spitzen der US-amerikanischen Poltik warnten vor einer großen Gefahr für die nationale Sicherheit und die US-Soldaten im Einsatz. Präsident Barack Obama sagte ein "Bonanza an Rekrutierungen" für das islamistische Terrornetzwerk El Kaida voraus, sollten die Koranverbrennungen stattfinden.

Quelle: AFP/dapd/KNA/nbe

 
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