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Trumps Prestigeprojekt
US-Senat stimmt Steuerreform zu - Repräsentantenhaus muss neu abstimmen

US-Senat stimmt für Steuerreform - Repräsentantenhaus muss neu abstimmen
Der demokratische Senator Bernie Sanders spricht im Kapitol in Washington nach einer Gremiensitzung. FOTO: dpa, AB
Washington. Mit knapper Mehrheit hat der US-Senat die Steuerreform von Präsident Donald Trump verabschiedet. Das Repräsentantenhaus muss die Abstimmung derweil wegen Verfahrensfehlern wiederholen.

Nach der Verabschiedung der Steuerreform im Senat stehen US-Präsident Donald Trump und die Republikaner kurz vor ihrem ersten großen Erfolg. Der Entwurf passierte den Senat mit der knappen Mehrheit der Republikaner. 51 der 100 Senatoren stimmten dafür. Die 48 Senatoren der demokratischen Fraktion votierten erwartungsgemäß dagegen. Der republikanische Senator John McCain fehlte krankheitsbedingt. Bevor Trump das Gesetz unterzeichnen kann, muss allerdings das Repräsentantenhaus noch einmal darüber abstimmen.

Die erste Kammer des Kongresses hatte das Paket bereits am Dienstagnachmittag verabschiedet, allerdings verstießen mehrere Passagen gegen Verfahrensregeln des Senats. Sie wurden gestrichen, das macht die neue Abstimmung notwendig, weil beide Kammern einen identischen Entwurf annehmen müssen. Es galt aber als sicher, dass das Repräsentantenhaus dem Senat folgen und den Entwurf am Mittwoch erneut beschließen wird.

Es galt als wahrscheinlich, dass die Passagen gestrichen werden und der Senat am späten Dienstagabend oder frühen Mittwochmorgen über das Paket abstimmt. Das Repräsentantenhaus sollte dann später am Tag folgen, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf den republikanischen Fraktionsführer Kevin McCarthy berichtete.

Steuerreform zugunsten der Reichen

Die Konservativen wollen das Gesetz unbedingt noch in diesem Jahr durchbringen. Nach zahlreichen Niederlagen bei der Gesundheitsreform brauchen sie dringend einen Sieg. Für Präsident Donald Trump wäre es die größte Errungenschaft seiner bisherigen Amtszeit.

Es handelt sich um die erste Steuerreform in den USA seit drei Jahrzehnten. Im Mittelpunkt des 500 Seiten starken Entwurfes steht eine massive Senkung der Ertragssteuer für Unternehmen von bisher 35 auf 21 Prozent. Auch die meisten übrigen Steuerzahler können davon ausgehen, dass sie zumindest vorübergehend weniger Geld an den Fiskus abführen müssen. Allerdings profitieren die Reichen entgegen den Erklärungen Trumps deutlich stärker als die Ärmeren und die Mittelschicht.

Zweifel von allen Seiten

Das Paket hat einen Umfang von knapp 1,5 Billionen Dollar. Dafür nehmen die Republikaner im Widerspruch zu ihrem Wahlprogramm 2016 eine starke Aufblähung des Haushaltsdefizits in Kauf: Der überparteiliche Steuerausschuss des Kongresses geht von einem Anstieg in Höhe von einer Billion Dollar im Zeitraum von zehn Jahren aus.

Die Republikaner erwarten, dass sich die Reform durch eine gesteigerte Wirtschaftsleistung selber finanziert. Unabhängige Experten ziehen das in Zweifel. Höchst umstritten ist auch die Argumentation der Konservativen, dass sich die Steuererleichterungen für Unternehmen in höheren Löhnen niederschlagen würden.

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Die nächste Hürde im Senat wurde mit Spannung erwartet, weil die Republikaner dort eine deutlich knappere Mehrheit als im Abgeordnetenhaus haben. US-Vizepräsident Mike Pence verschob wegen der Abstimmung eigens seine Reise in den Nahen Osten. Bei einem Gleichstand von 50 zu 50 Stimmen käme ihm als Präsident des Senats die entscheidende Stimme zu. Es wurde aber damit gerechnet, dass die Republikaner geschlossen für den Entwurf stimmen.

(laha/afp/dpa/reu)
 
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