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Irak-Einsatz verweigert: US-Soldat muss sich vor Gericht verantworten

zuletzt aktualisiert: 06.02.2007 - 06:45

Fort Lewis/USA (RPO). Leutnant Ehren Watada aus Honolulu hat einen Einsatz im Irak-Krieg verweigert, nun drohen dem US-Soldaten vier Jahre Haft. Der 28-Jährige steht in Fort Lewis im US-Staat Washington vor dem Militärgericht. Watada hatte seine Verweigerung damit begründet, dass der Krieg moralisch falsch sei und gegen das amerikanische Gesetz verstoße.

Der Richter, Oberstleutnant John Head, erklärte zum Auftakt des Verfahrens, er werde keine Zeugenaussagen zur Rechtmäßigkeit des Krieges zulassen. Die Verteidigung hatte dafür mehrere Experten für Verfassungsrecht und Völkerrecht geladen, diese kamen jedoch fast alle nicht zu Wort. Watadas Anwalt Eric Seitz warf dem Richter vor, ihm die Hände binden zu wollen.

Der Angeklagte argumentierte bereits in einer Video-Erklärung für die Presse im Juni, er habe sich seinem Einsatzbefehl widersetzen müssen, weil es rechtswidrig sei, sich an einer illegalen Sache zu beteiligen. Die Militärstaatsanwaltschaft vertrat dagegen die Auffassung, Watadas Verhalten gefährde den Irak-Einsatz und die Moral anderer Soldaten. Der 28-Jährige habe seine Kameraden verraten, die jetzt im Irak stationiert seien, erklärte Staatsanwalt Dan Kuecker während einer früheren Anhörung.

Neben Befehlsverweigerung wird Watada beschuldigt, mit seinen Aussagen zur Illegalität des Irak-Kriegs die US-Regierung denunziert zu haben. Auch sei es unangemessen für einen Offizier, den Streitkräften Kriegsverbrechen vorzuwerfen, heißt es in der Anklageschrift. Vor dem Gebäude des Militärgerichts bekundete eine kleine Gruppe Demonstranten Solidarität mit Watada. Darunter befand sich auch der Schauspieler und Irak-Kriegsgegner Sean Penn.

Quelle: ap

 
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