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Recht auf Selbstverteidigung ausgedehnt: US-Staaten lockern Waffengesetze:
Wer sich bedroht fühlt, darf schießen

zuletzt aktualisiert: 10.08.2006 - 10:40

Miami (rpo). Wer sich im US-Bundesstaat Florida auf einen Nachbarschaftsstreit einlässt, spielt mit dem Feuer - und im schlimmsten Fall auch mit seinem Leben. Denn der "Sonnenschein-Staat" hat das Recht auf Selbstverteidigung stark ausgedehnt. Wer sich bedroht fühlt, darf schießen und notfalls töten. Das Gesetz findet in den USA großen Anklang - immer mehr Bundesstaaten ziehen nach.

"Ziehen Sie zuerst" lautet die Losung der Regelung, die am 1. Oktober 2005 in Florida in Kraft getreten ist. Gouverneur Jeb Bush billigte das Gesetz, das unter Mitwirkung der Waffenlobbyisten der National Rifle Association (NRA) vorbereitet worden war. Inzwischen haben 14 Bundesstaaten nachgezogen und ähnliche Regelungen erlassen. Weitere wollen folgen. Jeb Bush sieht den "gesunden Menschenverstand" am Werk.

Den Anhängern des Gesetztes geht es vor allem um die Verteidigung ihres Grund und Boden. Wer sich unrechtmäßig und mit Gewalt Zutritt zu einem Grundstück verschafft, darf nach der neuen Gesetzeslage erschossen werden - auch, wenn er keine unmittelbare Gefahr für den Bewohner darstellt. Wer einen anderen Menschen erschießt oder verletzt, hat nun vor Gericht deutlich bessere Chancen, ohne Verurteilung davonzukommen.

Warnung an Touristen

Die Befürworter des Gesetzes berufen sich auf den Abschreckungseffekt: Mögliche Täter würden es sich nun zweimal überlegen, ob sie sich aggressiv verhielten. Waffengegner starteten dagegen im vergangenen Herbst eine Kampagne, die sich vor allem an ahnungslose Touristen richtete.

Die Aktivisten der "Kampagne Brady" geben zu Bedenken, dass ausländische Reisende aus Unwissenheit Opfer des Waffenwahns werden könnten. "Vermeiden Sie jede Diskussion", warnten die Waffengegner in Anzeigen, die in britischen und US-Zeitungen veröffentlicht wurden.

Proteste gegen das Gesetz kamen auch aus der Tourismusbranche, die befürchtete, das Image Floridas könne sich verschlechtern.

Quelle: rpo

 
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