| 13.09 Uhr

US-Wahlkampf
Donald Trump geht zum Arzt ins Fernsehen

US-Wahlen 2016: Donald Trump geht zu TV-Doktor Oz
Dr. Oz liest den Gesundheitsbericht des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. FOTO: rtr, BMA/gs
Washington. Hillary Clinton ist wieder fit, Donald Trump schwieg bislang über seinen Gesundheitszustand. Um das zu ändern, lässt er sich nun im Fernsehen von einem Arzt behandeln. Das ist zwar medienwirksam aber nicht transparent.

Donald Trump erfreut sich nach eigenem Bekunden allerbester Gesundheit, würde aber recht gerne 15 Pfund abnehmen. Das sagte der Präsidentschaftskandidat nach Angaben mehrerer US-Medien in der "Dr. Oz Show" im Sender Fox, die am Mittwoch aufgezeichnet wurde und am Donnerstag gesendet werden soll.

Nach der am Wochenende bekannt gewordenen Erkrankung Hillary Clintons hatte Trump rasch "sehr, sehr detaillierte" Angaben zu seiner Gesundheit angekündigt, die er – wie Clinton – bis dato schuldig geblieben war.

Das wird für den Republikaner ganz offensichtlich weiter gelten, auch wenn der öffentliche Auftritt in einer aufgezeichneten Gesundheits-TV-Show bei vielen US-Zuschauern einen anderen Eindruck erwecken soll und wird.

Trump Gesundheitsbericht bekommt das Publikum nicht zu sehen

Trump überreicht dem Moderator einen Bericht, der auf eine Seite passt. Detaillierte Angaben macht er keine. Scheinbare Transparenz.

Es ist vielleicht etwas pikant, dass der nun überreichte Bericht von dem selben Doktor Harold Bornstein stammt, der kürzlich fröhlich zu Protokoll gab, Trump binnen fünf Minuten eine ganz hervorragende Gesundheit bescheinigt zu haben. Währenddessen habe vor der Tür eine schwarze Limousine gewartet. In Interviews mit US-Sendern machte Bornstein einen leicht wirren Eindruck.

Vorab drangen einige Details zur körperlichen Verfasstheit des 70 Jahre alten Präsidentschaftskandidaten durch. Showmaster und TV-Arzt Dr. Mehmet Oz bescheinigt dem Ex-Reality-TV-Star Trump - medikamentös gesenkte - Cholesterinwerte, die so eigentlich nur ein junger Mensch haben könne.

Trump ist fettleibig

Trump ließ wissen, er mache keinen Sport, sei aber beim Golfen so fit, dass er problemlos eine Profi-Tour durchhalten könne.

Angeblich hat der Kandidat einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30.
Damit wäre er laut Weltgesundheitsorganisation fettleibig, aber in den USA nicht alleine.

Eine Mitteilung der Show will aufklären, Dr. Oz habe getan, was man eben tue, wenn man einen Patienten zum ersten Mal sehe. Volle Bestandsaufnahme aller Systeme: Nerven, Kopf und Nacken, Herz und Kreislauf, Atmung, Haut, Magen und Darm sowie etwaige Krebsvorgeschichten zählten dazu. Und der Hormonspiegel, der auch.

Das wäre umfassend und detailliert. Aber es blieb sowohl unklar, ob Dr. Oz den Kandidaten selber auf Herz und Nieren testete, als auch, ob Doktor Bornstein ärztliche Hand an Trump legte.

Der Show-Auftritt wurde vor Clintons Zusammenbruch vereinbart

Die Gesundheit der 68-jährigen Clinton war in der Show kein Thema. Hier hält Trump sich weiter auffallend streng zurück, nachdem er über Wochen Gerüchte über die Konkurrentin gestreut hatte. Sein Auftritt bei Dr. Oz war vor der Erkrankung der Demokratin vereinbart worden. In Teilen der Show war Ivanka Trump an des Vaters Seite. Clinton veröffentlichte unterdessen ein Attest ihrer Ärztin.

Die "Dr. Oz Show" entstammt einer Idee von Oprah Winfrey und wurde erstmals 2009 ausgestrahlt. Die "New York Times" beschrieb Talkmaster Oz als jemanden, der des gleichen Geistes Kind sei wie der selbstgefällige Unternehmer. Oz sei wie Trump. Nur mit Stethoskop.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

US-Wahlen 2016: Donald Trump geht zu TV-Doktor Oz


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.