Mitt Romney veröffentlicht seine Steuererklärung: 20,8 Millionen Argumente für Obama
zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 - 09:46Washington (RP). Der US-Republikaner Mitt Romney bleibt auch nach der Veröffentlichung seiner jüngsten Steuererklärung unter Druck. Lediglich 13,9 Prozent Steuern zahlte der mehrfache Millionär und Ex-Unternehmer. Investment-Guru Warren Buffett attackiert die Steuerpolitik der Republikaner. Barack Obamas Demokraten haben schon reagiert.
Das Orakel von Omaha meldete sich sofort zu Wort. Kaum hatte Mitt Romney, republikanischer Bewerber im Rennen um die US-Präsidentschaft, seine Steuererklärung ins Netz gestellt, war Warren Buffett, der legendäre Investor aus der Prärie, auch schon mit schonungslos offenen Sätzen zur Stelle: "Er macht sein Geld, indem er einen Haufen Kohle hin- und herschiebt, und nicht, indem er den Rücken krumm macht."
Romney treffe keine Schuld, wenn er nur 13,9 Prozent Steuern zahle. Schuld seien Gesetze, die es schwerreichen Kapitalanlegern erlaubten, ihre Abgaben zu lächerlich niedrigen Sätzen zu entrichten, "zu halb so hohen wie die Durchschnittsangestellten in meinem Büro", sagte Buffett weiter.
Schieflagfe im Steuersystem
Treffender kann man sie kaum beschreiben, die amerikanische Schieflage, für die Romney als Symbol herhalten muss. Der Republikaner, der schätzungsweise eine Viertelmilliarde Dollar verdiente, als er die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital führte, hat gegen keinen Paragrafen verstoßen oder den Fiskus geprellt.
Vielmehr profitiert er von den Reformen George W. Bushs, an denen Barack Obama aufgrund des heftigen Widerstands der Konservativen bislang nichts zu ändern vermochte. Demnach werden auf Kapitalgewinne Steuern von höchstens 15 Prozent fällig, während für Arbeitslöhne ein Spitzensatz von 35 Prozent gilt.
20,8 Millionen Dollar
Auf fast 550 Seiten ist akribisch aufgelistet, wie Romney sein Geld verdient. 20,8 Millionen Dollar kassierte er 2010 durch Kapitalanlagen, Dividenden und Zinsen. Einen Teil seines Vermögens parkt er in Steueroasen, auf Bermuda und auf den Cayman Inseln.
Und wie die meisten US-Millionäre ließ sich Romney nicht lumpen, wenn es ans Spenden ging. Fast drei Millionen Dollar zweigte er in besagtem Jahr ab für gemeinnützige Zwecke, in voller Höhe absetzbar von der Steuer.
Dass man das alles im Detail nachlesen kann, liegt am Druck der Öffentlichkeit. Wochenlang ließ sich Romney schieben und zerren, ehe er sich dem massiven Druck seiner Rivalen beugte. Er habe alles überwiesen, was dem Fiskus zustehe, aber keinen Dollar mehr, kommentiert er nun die Zahlenkolonnen.
Demokraten hoffen auf Gerechtigkeitsdebatte
Die Wahlkämpfer um Amtsinhaber Barack Obama werden sich genüßlich auf das Thema stürzen, sollte Romney tatsächlich im November als Herausforderer antreten. Das Weiße Haus nämlich will beim Duell mit einer Gerechtigkeitsdebatte punkten, hier die Multimillionäre, dort die Mittelschichten.
Obama, dies nur zum Vergleich, zahlte 2010 auf Einnahmen von 1,7 Millionen Dollar, das Gros aus Büchertantiemen, 453 770 Dollar Steuern. Zu einem Satz von rund 27 Prozent.
>>>Lesen Sie hier weiter: Obama als Retter der Mittelschicht
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