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  Foto: AP
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Obama sagt McCain den Kampf an: "Acht Jahre sind genug"

zuletzt aktualisiert: 29.08.2008 - 07:53

Denver (RPO). Die Demokraten haben einen neuen Schlachtruf: "Acht sind genug!" Acht Jahre Bush, acht Jahre Republikaner, dieses Kapitel soll am 4. November beendet werden. Genau 45 Jahre nach Martin Luther Kings "I have a dream"-Rede hat die amerikanische Öffentlichkeit einen bislang unbekannten Barack Obama erlebt. Mit teilweise scharfen Tönen und konkreten Ankündigungen hat der demokratische Präsidentschaftskandidat neue Akzente im Wahlkampf gesetzt.

Mit einer Kampfansage an die Partei von George W. Bush beendete Barack Obama den Wahlparteitag der Demokraten. Mit Blick auf die achtjährige Regierungszeit Bushs rief der Senator aus: "Am 4. November müssen wir aufstehen und sagen: Acht sind genug." 

Zum Abschluss des Parteitags der US-Demokraten hat Barack Obama vor rund 75.000 begeisterten Anhängern die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatur angenommen. Er akzeptiere die Nominierung in "tiefer Dankbarkeit und großer Bescheidenheit", sagte Obama am Donnerstag (Ortszeit) unter dem Jubel der Zuschauer im Stadion von Denver.

Kreuzzug des Wandels

Der 47-Jährige rief zu einem grundlegenden politischen Wechsel auf. Die Träume der Amerikaner könnten eins werden, wenn sie sich in einem aufregenden Kreuzzug des Wandels vereinten, sagte der sichtlich bewegte Obama. Er demonstrierte auch Verständnis für die von wirtschaftlichen Problemen geplagten US-Bürger.

Vor Obamas Rede brachte eine Reihe von Stars und prominenter Redner die Menge mit ihren Auftritten in Stimmung, unter ihnen Stevie Wonder, Sheryl Crow und Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson. Nobelpreisträger Al Gore verglich in seiner Rede Obama mit Abraham Lincoln, einem der berühmtesten Präsidenten in der US-Geschichte: Der ebenfalls aus Illinois stammende Jurist sei früher ebenfalls als zu unerfahren kritisiert worden. "Was seine Anhänger an Lincoln am meisten schätzten, war seine Fähigkeit, in schwierigen Zeiten Hoffnung für die Zukunft zu machen", sagte Gore.

"Danke, danke, danke"

Nachdem Obama unter tosendem Jubel die Bühne betreten hatte, rief er mehrfach "Danke, danke, danke" und "Yes, we can" - den Slogan seiner Kampagne. "Wir treffen uns in einem entscheidenden Moment - einem Moment, in dem sich unser Land im Krieg befindet, unsere Wirtschaft in Aufruhr ist, und das amerikanische Versprechen wieder einmal bedroht ist." In seiner Rede nahm er mehrfach Bezug auf die berühmte "I have a dream"-Rede von Martin Luther King, die dieser am 29. August vor 45 Jahren gehalten hatte.

Obama kritisierte die Außenpolitik des republikanischen Amtsinhabers George W. Bush und seinen Rivalen John McCain. Der 47-Jährige kündigte einen politischen Wandel an: "Wir sind hier, weil wir dieses Land zu sehr lieben als das die kommenden vier Jahre wie die letzten acht aussehen dürften", sagte er. "Amerika, wir können nicht umkehren." Er werde die "gescheiterte Präsidentschaft von George W. Bush" wettmachen, kündigte Obama an.

Obama war am Mittwoch als erster Schwarzer in der Geschichte der USA zum Präsidentschaftskandidaten einer der großen US-Parteien gekürt worden. "Ich bin nicht der wahrscheinlichste Kandidat für ein solches Amt", sagte er. "Aber heute abend stehe ich vor Ihnen, weil sich überall in Amerika etwas bewegt."

Verfehlte Politik in Washington

Der Senator aus Illinois zeigte sich solidarisch mit den wegen steigender Benzinpreise und der Immobilienkrise von wirtschaftlichen Sorgen geplagten Bürgern. Dass viele Menschen es sich nicht mehr leisten könnten ein Auto zu fahren und ihre Kreditkartenrechnungen zu bezahlen, sei auf die verfehlte Politik in Washington zurückzuführen. Seinem Gegner McCain warf er vor, die Sorgen der Bürger nicht zu verstehen.

Obama wies erneut Vorwürfe der Republikaner zurück, er werde als Oberbefehlshaber der Truppen im Amt des Präsidenten versagen. Er werde niemals zögern, "dieses Land zu verteidigen", sagte Obama. Aber er werde Soldaten nur mit einer klaren Mission in die Gefahr schicken, "mit dem heiligen Schwur, ihnen die Ausrüstung zu geben, die sie in der Schlacht brauchen, sowie die Versorgung und Unterstützung, die sie verdienen, wenn sie heimkehren."

"Irreführend"

Das Lager von McCain kritisierte die Rede des demokratischen Kandidaten als "irreführend". Es bleibe eine Tatsache, dass Barack Obama nicht bereit sei für das Präsidentenamt, erklärte McCains Sprecher Tucker Bounds. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber entschied sich nach Angaben eines Sprechers seiner Wahlkampagne für einen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Ein Name wurde jedoch bislang nicht genannt.

McCain selbst erwies dem jüngeren Rivalen am Abend der großen Rede schulterklopfend seine Referenz. In einem am Donnerstag verbreiteten Fernsehspot gratulierte er Obama zu dem Auftritt am 45. Jahrestag von Martin Luther Kings berühmter Ansprache mit den Worten "I Have a Dream". "Senator Obama, das ist wahrlich ein guter Tag für Amerika", sagte McCain. "Morgen werden wir darauf zurückkommen. Aber heute Abend, Senator, gut gemacht!"

Alle Infos zum Wahlkampf in den USA in unserem Special.

Quelle: ap

 
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