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Reaktion auf US-Wahl: Al-Qaida-Vize nennt Obama "Hausneger"

zuletzt aktualisiert: 19.11.2008 - 18:11

Kairo (RPO). Das Terrornetzwerk Al Qaida hat sich mit einer ersten Reaktion auf die Präsidentenwahl in den USA Zeit gelassen. Nun hat sich der Stellvertreter Osama bin Ladens zu Wort gemeldet und überzieht Barack Obama mit rassistischen Beleidigungen.

In der im Internet verbreiteten Tonbandaufnahme, die am Mittwoch von dem auf die Beobachtung islamistischer Webseiten spezialisierten IntelCenter veröffentlicht wurde, warnte Aiman el Sawahiri Obama davor, weitere Truppen nach Afghanistan zu entsenden. Sawahiri hetzte auch gegen den künftigen US-Präsidenten persönlich. So bezeichnete er Obama ebenso wie US-Außenministerin Condoleezza Rice und deren Vorgänger Colin Powell indirekt als "Hausneger" im Dienste der Weißen.

Obamas Vorhaben, US-Soldaten aus dem Irak nach Afghanistan zu verlegen, sei "zum Scheitern verurteilt", sagte Sawahiri. Mit der Wahl Obamas hätten die Amerikaner zwar eingestanden, dass die Politik seines Vorgängers George W. Bush im Irak gescheitert sei.

Aber das Land habe sich nicht geändert: "Amerika, der Verbrecher und Kreuzzügler, bleibt, wie es immer war. Dehalb müssen wir weitermachen, ihm zu schaden, damit es zur Vernunft kommt." Sawahiri rief seine Glaubensgenossen in aller Welt, insbesondere die Muslime im Irak, in Afghanistan und in Somalia zur Fortsetzung des "Heiligen Kriegs" auf.

Obama hatte am Sonntag sein Vorhaben bekräftigt, US-Truppen aus dem Irak nach Afghanistan zu verlegen. Im Irak sind derzeit rund 150. 000 US-Soldaten stationiert, in Afghanistan, wo sich in den vergangenen Monaten die Kämpfe mit islamistischen Gruppen verschärft hatten, etwa 32.000 US-Soldaten.

Obama, Rice und Powell seien das Gegenteil "des ehrenwerten schwarzen Amerikaners", wie ihn der schwarze Bürgerrechtler Malcolm X verkörpert habe. Obwohl Obama als Sohn eines muslimischen Vaters geboren worden sei, habe er sich entschieden, "in den Reihen der Feinde der Muslime zu stehen und das Gebet der Juden zu sprechen", sagte Sawahiri, der Obama auch direkt anredete. Die Äußerungen wurden begleitet von Fotos von Sawahiri, Malcolm X und Obama, wie er an der Jerusalemer Klagemauer ein Gebet spricht.

Das US-Außenministerium qualifizierte Sawahiris Äußerungen als "erbärmlich". "Wenn es für irgendjemand nötig war, einen Unterschied zwischen den demokratischen Werten des Westens und der USA und denen eines Terroristen zu erkennen, muss er jetzt nicht weiter suchen", sagte Außenamtssprecher Sean McCormack.

Nach Angaben eines US-Antiterror-Spezialisten enthält die Botschaft kaum Neues. "Sie zeigt, wie sehr El Kaida vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Aber wir täuschen uns nicht, es ist immer noch eine Gruppe, die schweren Schaden anrichten kann." Obamas Übergangsteam wollte sich zu der Botschaft nicht äußern.

Ein großes Special zur US-Wahl finden Sie hier.

Quelle: ap

 
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