Erster Besuch im Oval Office: Barack Obama besichtigt seinen neuen Arbeitsplatz
zuletzt aktualisiert: 11.11.2008 - 09:28Washington (RPO). Der künftige US-Präsident Barack Obama hat sich am Montag zum ersten Mal seinen neuen Arbeitsplatz angesehen. Bei einem Besuch im Weißen Haus bereitete ihm Amtsinhaber George W. Bush einen betont freundlichen Empfang. Offiziell handelte es sich um einen privaten Besuch. Reden gab es keine.
Der Besuch wurde offiziell als privates Treffen bezeichnet, doch war klar, dass Bush und Obama auch über die zahlreichen politischen Herausforderungen sprechen würden, die vor dem neuen Präsidenten liegen. Diese reichen von der Wirtschaftskrise bis zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Er gehe mit dem Gefühl in das Treffen, dass eine Zusammenarbeit aller Parteien angesichts der derzeitigen schwierigen Lage notwendig sei und dass dies auch allen bewusst sei, hatte Obama in der vergangenen Woche erklärt.
Bush geleitete Obama denn auch gleich ins Oval Office. Sein Stabschef Josh Bolten erklärte: "Ich bin sicher, dass jeder von ihnen eine Liste mit Themen hat. .... Ich weiß, dass der Präsident versuchen wird, Obama seine Vorstellung von der Führung der Amtsgeschäfte zu vermitteln. Aber wie das genau verlaufen wird, weiß ich auch nicht." Obamas Sprecher Robert Gibbs erklärte, beide Politiker hätten ausführlich über die Wirtschaftslage und über die Außenpolitik gesprochen.
In seinem Wahlkampf hatte der Demokrat Obama seinen republikanischen Konkurrenten John McCain immer wieder mit der Politik von Bush in Verbindung gebracht, die er als gescheitert bezeichnete. Bush hatte zwar McCain unterstützt, würdigte dann aber den Sieg Obamas, der nun als erster Schwarzer ins Weiße Haus einzieht, als Triumph der Geschichte Amerikas. Obama tritt sein Amt am 20. Januar an.
First Ladies unter sich
Die derzeitige und die künftige First Lady zogen sich am Montag zu einem eigenen Gespräch unter vier Augen zurück. Laura Bush führte Michelle Obama rund eine Stunde durch alle Zimmer und sprach mit ihr über das Leben im Weißen Haus, wie Bushs Sprecherin Sally McDonough erklärte. Michelle Obama sah sich in Washington außerdem mindestens zwei Privatschulen an, die für die zehnjährige Malia und die sieben Jahre alte Sasha in Frage kommen könnten. Die Mädchen besuchen derzeit eine Privatschule in Chicago.
Obama wird nicht am Finanzgipfel teilnehmen
Unterdessen wurde bekannt, dass Barack Obama nicht am Weltfinanzgipfel teilnehmen wird, der am kommenden Samstag in Washington stattfindet. Obamas Sprecher Robin Gibbs trat am Montag Spekulationen entgegen, Obama könne das Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) dazu nutzen, Kontakt mit seinen künftigen Verhandlungspartnern aufzunehmen.
Dem Protokoll entsprechend werde Obama dem Treffen fernbleiben, lediglich einige seiner Berater könnten sich dort einfinden. "Ein Satz, den sie bis zum 20. Januar noch sehr oft hören werden: Es gibt immer nur einen Präsidenten", sagte Gibbs während des Rückflugs von Obama nach Chicago.
Zuvor hatte Obama zusammen mit seiner Frau Michelle zum ersten Mal seinen künftigen Arbeitsplatz, das Weiße Haus in Washington, inspiziert und dem amtierenden Präsidenten George W. Bush und seiner Frau Laura einen Besuch abgestattet.
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