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USA
Obamas Halbbruder unterstützt Trump bei TV-Debatte

Barack Obamas Halbbruder Malik unterstützt Donald Trump bei TV-Debatte
Barack Obama hat nicht jeden seiner Brüder hinter sich FOTO: afp, jim
Las Vegas. Wenn in der Nacht die letzte TV-Debatten zur US-Präsidentschaftswahl läuft, wird auch ein Obama im Publikum sitzen. Der Halbbruder des scheidenden Präsidenten kommt aber auf Einladung von Donald Trump.

Der US-Republikaner hat bei der letzten Fernsehdebatte mit seiner Rivalin Hillary Clinton einen Obama in seiner Fankurve - Malik, den Halbbruder von Präsident Barack Obama. Der 58-Jährige wird in Las Vegas auf Einladung Trumps im Publikum sitzen.

Malik Obama, der Wohnsitze in Washington und Kenia und eine doppelte Staatsbürgerschaft hat, ist ein erklärter Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. "Ich freue mich sehr, bei der Debatte dabei zu sein", sagte er der "New York Post". Trump könne "Amerika wieder groß machen". Der Multimilliardär seinerseits sagte, er freue sich darauf, mit Malik zusammenzusein. "Er begreift die Dinge viel besser als sein Bruder." Schon im Sommer hatte Malik Obama angekündigt, für Trump wählen zu wollen.

Ärger innerhalb der Familie

Malik hat den drei Jahre jüngeren Barack Obama nach eigenen Angaben zuletzt im August 2015 gesehen. "Ich bin ins Weiße Haus gegangen, um Hallo zu sagen. Es war ein Höflichkeitsbesuch", zitierte ihn die "New York Post". Demnach war es in der Tat keine sehr herzliche Begegnung: "Es war sehr geschäftsmäßig, sehr formal."

Innerhalb der Obama-Familie stößt Maliks Entscheidung auf Missfallen. "Ich liebe meine Brüder, aber kein einzelnes Mitglied repräsentiert die Obamas", erklärte ein weiterer Halbbruder, Mark Obama Ndesandjo. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP teilte er mit: "Andere in meiner Familie und ich unterstützen nicht die Position meines Bruders Malik zu Herrn Trump." Alle drei Obama-Brüder haben denselben Vater, aber verschiedene Mütter. Ndesandjo ist ein amerikanischer Geschäftsmann, der seit etwa 15 Jahren in der südchinesischen Stadt Shenzhen wohnt.

Spannung vor letztem Aufeinandertreffen

In der Nacht zum Donnerstag (03.00 Uhr MEZ) betreten die beiden Präsidentschaftskandidaten Trump und Clinton ein letztes Mal die Bühne für eine TV-Debatte. Für den Republikaner ist das Duell vielleicht die letzte Gelegenheit, das Präsidentschaftsrennen zu wenden, in dem seine Chancen auf Erfolg dem Anschein nach schwinden. Doch auch Clinton steht vor Herausforderungen.

Trumps sexistischen Kommentare über Frauen und sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen ihn haben seine Unbeliebtheit vor allem bei Wählerinnen vertieft und seine Aussichten auf einen Sieg am 8.
November geschmälert. Trumps Anhänger sind nach wie vor äußerst loyal, doch gibt es wenige Anzeichen dafür, dass der Präsidentschaftsbewerber die neuen Unterstützter anzieht, die er dringend benötigt.

Zwar sieht es derzeit nach einem günstigen Wahlausgang für Clinton aus, doch sieht sich die Demokratin mit neuen Fragen zu ihrer Aufrichtigkeit und Vertrauenswürdigkeit konfrontiert. Der Hackerangriff auf die E-Mails ihres Top-Wahlkampfberaters John Podesta hat eine Kandidatin enthüllt, die sich nicht gerne entschuldigt, im Privaten einen anderen Ton als in der Öffentlichkeit anschlagen kann und mitunter Entscheidungen erst nach vorsichtigen politischen Erwägungen trifft.

Clinton-Sprecher Brian Fallon sagte, die Politikerin werde auf jede skrupellose Taktik vorbereitet sein, zu der ihr Rivale bei der Debatte greifen könnte. Republikaner hoffen inständig, dass Trump den Wahlkampf zum Abschluss bringen kann, indem er sich auf die Schwächen der ehemaligen Außenministerin Clinton konzentriert.

(crwo/dpa/ap)
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