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US-Wahlen: Clinton schlägt Obama auch in Nevada

zuletzt aktualisiert: 19.01.2008 - 22:22

Las Vegas (RPO). Hillary Clinton hat im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur einen weiteren Sieg gelandet. Die frühere First Lady hat die Vorwahlen im US-Bundesstaat Nevada ersten Prognosen zufolge gewonnen. Sie setzte sich damit das zweite Mal in Folge gegen ihren härtesten Konkurrenten Barack Obama durch. Bei den Republikanern siegte mit klarem Vorsprung der ehemalige Gouverneur Mitt Romney.

Ersten Ergebnissen zufolge erhielt die frühere First Lady rund die Hälfte der Stimmen. Obama kam auf etwa 45 Prozent, als abgeschlagener Dritter folgte John Edwards. Am 8. Januar hatte Clinton die Vorwahl ihrer Partei in New Hampshire und am vergangenen Dienstag die - allerdings bedeutungslose - in Michigan gewonnen.

Beim Nominierungsparteitag im August werden die Delegiertenstimmen aus Michigan nicht gewertet, weil sich der Staat nicht an die Regeln für die Terminansetzung der Vorwahl gehalten hat. Obama hat bisher in einem Staat, Iowa, gewonnen.

Romney gewann bei Wählerversammlungen im Staat Nevada, nachdem er bereits am Dienstag in Michigan erfolgreich war. Er bezeichnete das Ergebnis als ein Votum für Wandel, für den er stehe.

Romneys Hauptkonkurrenten um die Spitzenkandidatur der Republikaner, Senator John McCain und Exgouverneur Mike Huckabee, kamen bisher auf jeweils einen Sieg. Beide liegen allerdings in Umfragen im Staat South Carolina, wo am Samstag ebenfalls Vorwahlen der Partei stattfanden, vor Romney. Die Vorwahl der Demokraten in South Carolina findet in einer Woche statt.

Angesichts der Turbulenzen an der Aktienbörse und zunehmender Rezessionsangst ist inzwischen die Wirtschaftspolitik ins Zentrum des Wahlkampfs gerückt. Clinton und auch der Republikaner McCain kritisierten das am Freitag von Präsident George W. Bush in Aussicht gestellte Wirtschaftspaket mit Steuererleichterungen von 145 Milliarden Dollar.

Vorwürfe gegen George W. Bush

Clinton warf dem Präsidenten vor, dass dabei Millionen von armen Amerikanern leer ausgingen. McCain forderte, dass die Steuererleichterungen nicht allen Haushalten, sondern vor allem Unternehmen zugute kommen sollten. Außerdem kritisierte McCain die hohen Staatsausgaben der Regierung seines Parteifreundes Bush.

Obama stieß mit positiven Äußerungen über die Regierungszeit von Ronald Reagan auf Kritik seiner Rivalen. Der Republikaner habe vor einem Vierteljahrhundert Amerika in einer Weise verändert, wie es der Demokrat Bill Clinton nicht getan habe, sagte Obama in einem Zeitungsinterview. Die Republikaner seien damals die Partei der neuen Ideen gewesen.

Hillary Clinton sagte, sie könne diese Einschätzung der jüngeren Vergangenheit nicht teilen. Es sei kaum eine gute Idee gewesen, die Altersversorgung zu privatisieren, den Mindestlohn abzuschaffen, die Gesundheitsleistungen zu kürzen und den Staat in die Verschuldung zu treiben. Der bislang drittplatzierte Bewerber John Edwards stellte nach Obamas Äußerungen dessen Positionen in der Arbeits- und Sozialpolitik in Frage. Reagan habe die Gewerkschaften unterdrückt und das Steuersystem zugunsten der reichsten Amerikaner verändert.

Vor vier Jahren gab es bei den Wählerversammlungen der Demokraten in Nevada lediglich 9000 Teilnehmer. Diesmal werden 30.000 bis 100.000 Teilnehmer erwartet, wobei 25 Delegierte für den Nominierungsparteitag im August bestimmt werden. Bei den beiden bisherigen Entscheidungen in Iowa und New Hampshire haben Obama und Clinton jeweils einen Sieg erzielt.

Quelle: ap

 
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