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Sex-Skandal um New Yorker Gouverneur: Clinton-Verbündeter vor Amtsenthebung

zuletzt aktualisiert: 11.03.2008 - 20:08

New York (RPO). Nach der Verstrickung in einen Sex-Skandal steht der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer vor den Trümmern seiner politischen Karriere. Die oppositionellen Republikaner im Parlament des Bundesstaates drohten dem Verbündeten der New Yorker Senatorin Hillary Clinton ein Amtsenthebungsverfahren an, sollte er nicht binnen 48 Stunden zurücktreten.

Fraktionschef James Tedisco wäre für dieses Vorhaben allerdings auf Unterstützung aus Reihen der demokratischen Parlamentsmehrheit angewiesen.

Spitzer hatte sich am Montag nach einem Zeitungsbericht über Kontakte zu einem Prostituiertenring öffentlich entschuldigt. Er habe die Verpflichtungen gegenüber seiner Familie verletzt und sei seinem eigenen Gefühl dafür, was richtig und was falsch sei, nicht gerecht geworden, erklärte der 48-Jährige, der bei seinem Auftritt von seiner Ehefrau Silda begleitet wurde.

Die "New York Times" hatte berichtet, der Vater von drei Töchtern im Teenageralter habe gegenüber Beratern seine Verwicklung in einen Prostituiertenring eingeräumt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP belegen dies abgehörte Telefongespräche.

"Kunde 9" zahlte Callgirl 4300 Dollar 

Danach geriet Spitzer offenbar in das Visier der bundesweit ermittelnden Finanzbehörden über einen Ring von Luxusprostituierten namens "Emperors Club VIP". Einer eidesstattlichen Erklärung zufolge, die in der vergangenen Woche in einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, erscheint Spitzer als "Kunde 9", wie aus Ermittlungskreisen verlautete. "Kunde 9" soll ein Treffen mit einer Prostituierten namens Kristen in einem Hotel in Washington arrangiert und ihr 4300 Dollar gezahlt haben.

Vor seinem Amtsantritt als Gouverneur im Januar 2007 war Spitzer mehrere Jahre New Yorker Generalstaatsanwalt und machte sich mit seinem Vorgehen gegen Korruption einen Namen.

Die Affäre bringt auch Hillary Clinton in ihrem Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur in Schwierigkeiten. Clinton und Spitzer stehen sich zwar persönlich nicht sehr nahe, sind aber befreundete Arbeitskollegen, seit die frühere First Lady der USA im Jahr 2000 erstmals in New York für den Senat in Washington kandidierte.

Ein Superdelegierter aus Clintons Lager

Spitzer hat lange damit gezögert, sich im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur auf die Seite Clintons zu stellen. Er gehört nicht gerade zu ihren energischsten Anhängern. Der Gouverneur ist einer der Superdelegierten, die Clintons Lager zugerechnet werden und bei dem Nominierungskongress der Partei Ende August eine entscheidende Rolle spielen könnten. Superdelegierte sind Parteifunktionäre und gewählte Mandatsträger, die anders als die normalen Delegierten, die in den Vorwahlen bestimmt werden, nicht auf einen Bewerber festgelegt und damit in ihrer Entscheidung frei sind.

Sollte Spitzer zurücktreten, würde er nach Angaben der Demokratischen Partei nicht als Superdelegierter ersetzt werden. Das würde bedeuten, dass Clinton wohl eine Stimme verliert. Spitzers Nachfolger als Gouverneur dürfte nämlich David Paterson werden. Paterson ist aber bereits ein Superdelegierter, der Clinton unterstützt.

Quelle: ap

 
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