+++ US-Ticker +++: Deutsche setzen große Hoffnung auf Obama
zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 - 14:03Düsseldorf (RPO). Die USA und die ganze Welt sind in Aufruhr. In Washington kommt es zum Machtwechsel. Die Demokraten übernehmen mit Barack Obama das Ruder. Reaktionen und aktuelle Ereignisse am Tag nach der Wahl lesen Sie bei uns im Ticker.
+++ 13.44 Uhr: Die meisten Bundesbürger sehen nach dem Sieg Barack Obamas bei der US-Präsidentschaftswahl die Chance, dass sich das deutsch-amerikanische Verhältnis verbessert. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Nachrichtensenders N24 bewerten das 68 Prozent so. 24 Prozent glaubten, es werde keine Änderung unter dem neuen US-Präsidenten geben.
+++ 13 Uhr: Sie freuen sich über Barack Obamas Wahlsieg, doch die Feuerpause wird nicht lange dauern: Linksgerichtete US-Komiker spitzen schon ihre Bleistifte, um kritische und beißende Witze über den neuen Präsidenten zu reißen. Cartoonist Ted Rall schätzt dabei vor allem, dass Obama-Witze ein größere Herausforderung sein werden. "George W. Bush zu veräppeln ist doch Kindergartenkram", sagte Rall in einer Fernsehrunde von professionellen Komikern: "Obama wird viel mehr Spaß machen." Schon im Wahlkampf hatte die politische Possenreißerei fröhliche Urständ gefeiert, zumal die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin und "Hockey Mom" Sarah Palin eine äußerst umstrittene Persönlichkeit ist.
+++ 12.40 Uhr: James Last schwärmt für den designierten US-Präsidenten Barack Obama. Nach dem Wahlsieg des Demokraten sei seine Stimmung "hervorragend", sagte der Bandleader am Donnerstag in Berlin. "Das ist wirklich eine Hoffnung", ergänzte der 79-Jährige, der im US-Bundesstaat Florida lebt. Vor allem die jungen Leute würden den ersten Schwarzen im Amt des Präsidenten unterstützen. Auf die Frage, ob er Obama gewählt hätte, antwortete er: "Ja!"
+++ 11.45 Uhr: Der französische EU-Vorsitz will dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama kommende Woche ein Strategiepapier zu den transatlantischen Beziehungen vorlegen. Er werde Obama das EU-Dokument am Dienstag bei einem Besuch in Washington übergeben, sagte der französische Außenminister Bernard Kouchner am Donnerstag dem Sender i-Télé in Paris. Weiteres Thema des Treffens sei unter anderem der Nahost-Konflikt. Die EU hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit der neuen Regierung in Washington in wichtigen internationalen Fragen, sagte Kouchner. Sie wolle Obama aber auch "keinen Blankoscheck" ausstellen.
+++ 11.34 Uhr: US-Moderatorin Ellen DeGeneres ist entsetzt über einen Volksentscheid gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien. "Ich war unglaublich traurig", schrieb DeGeneres auf ihrer Internetseite zum Erfolg der sogenannten Proposition 8. Mit der Wahl Barack Obamas zum nächsten US-Präsidenten hätten die USA am Dienstag einen riesigen Schritt in Richtung Gleichberechtigung getan und ihn umgehend wieder zurückgenommen. Mitte August hatte die 50-Jährige ihre Freundin Portia de Rossi geheiratet, nachdem der Oberste Gerichtshof von Kalifornien gleichgeschlechtlichen Paaren das verfassungsmäßige Recht auf Eheschließungen zugesprochen hatte.
+++ 10.54 Uhr: Während US-Präsident in spe Barack Obama die Menschen mit seinen Reden begeistert, sorgt Ehefrau Michelle derzeit eher für Stirnrunzeln – zumindest bei Modefans. "Ich habe Obama gewählt, aber bestimmt nicht dieses Kleid", sagte die Hausfrau Jessica Bettencourt aus Wisconsin der "New York Times" vom Donnerstag. Anwältin Karla Wright aus Chicago klagte: "Ich weiß nicht, was schlimmer war – diese albernen Zick-Zack-Nähte rund um die Hüfte oder diese Art schwarzer Rand, der vom Saum heraufkommt." Am Wahltag trug Michelle Obama eine schwarze Jacke über einem knielangen schwarzen Kleid mit Rot ober- und unterhalb der Taille, die Variation eines Modells, das Designer Narciso Rodriguez im September für die Frühjahrssaison 2009 präsentiert hatte.
+++ 9.53 Uhr: Die iranische Regierung erwartet unter dem künftigen Präsidenten Barack Obama eine neue Außenpolitik der USA. Teheran hoffe, dass Obama das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten verbessere und Invasionen fremder Länder verhindere, sagte Regierungssprecher Gholam Hossein Elham laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA am Mittwochabend. Der Iran hat den 2003 begonnenen Irak-Krieg Washingtons abgelehnt und liegt mit der Regierung des amtierenden Präsidenten George W. Bush wegen seines Atomprogramms im Streit.
+++ 9.20 Uhr: Linksfraktionschef Gregor Gysi rät von zu hohen Erwartungen an den neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama ab. Die Möglichkeiten Obamas seien eingeschränkt, sagte Gysi am Donnerstag im Deutschlandfunk. Der künftige Präsident übernehme den bisherigen Verwaltungsapparat und die vorhandenen Strukturen, etwa beim Militär oder den Geheimdiensten. Man dürfe sich daher keinen Illusionen hingeben, dass von nun an grundsätzlich alles anders werde. Trotzdem seien gewisse Veränderungen zu erwarten.
+++ 8.48 Uhr: Mit der Aufforderung zu einer Bewerbung um das Präsidentenamt in vier Jahren ist die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin nach dem US-Wahlkampf in ihrem Heimatstaat Alaska empfangen worden. Begeisterte Anhänger riefen "2012! 2012!", als Palin auf dem Flughafen von Anchorage ihre Maschine verließ. Auf die Frage von Journalisten, ob sie für das Amt des Staatschefs kandidieren wolle, antwortete sie: "Wir werden sehen, was passiert." Sie hoffe, in Energiefragen mit dem künftigen Präsidenten Barack Obama zusammenzuarbeiten, erklärte Palin. Die Gouverneurin von Alaska war als "Running Mate" mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain in den Wahlkampf gezogen.
+++ 6.38 Uhr: Die deutschen Wirtschaft erhofft sich Impulse von der Wahl Barack Obamas zum neuen Präsidenten der USA. "Wir hoffen nun auf eine intensivierte Zusammenarbeit im Transatlantischen Wirtschaftsrat", sagte die Nordamerika-Expertin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegrid Zirbel, der "Berliner Zeitung". Neben dem Abbau von Handelshemmnissen wünsche sie sich eine Kooperation beim Erstellen von Regeln für die internationalen Finanzmärkte.
+++ 6.31 Uhr: Seine künftige Wirkungsstätte wird Barack Obama in Kürze selbst besichtigen können. "So bald wie möglich" wolle er den designierten Präsidenten im Weißen Haus empfangen, kündigte der scheidende Amtsinhaber George W. Bush nach Obamas Wahlsieg an. Der neue Präsident wird sich schnell einrichten müssen. Nur noch gut 70 Tage bleiben ihm, ehe er am 20. Januar das mächtigste Amt der Welt übernimmt - wenig Zeit zur Vorbereitung auf große Aufgaben.
+++ 5.54 Uhr: Nach seinem Erdrutschsieg bei den Präsidentenwahlen in den USA hat Barack Obama mit den Vorbereitungen für die Amtsübernahme begonnen. Nach Angaben demokratischer Politiker bot der 47-jährige Senator dem ehemaligen Berater des früheren Präsidenten Bill Clinton, Rahm Emanuel, den wichtigen Posten des Stabschefs im Weißen Haus an. In Washington sollte ein Wahlkampfbüro eingerichtet werden, in dem in den kommenden Wochen mögliche Kandidaten für Obamas Kabinett überprüft und Wahlversprechen in Gesetzesvorschläge umgewandelt werden. Außer der Präsidentschaft gewannen die Demokraten auch die Mehrheit im Kongress.
+++ 4.19 Uhr: Zwei rechtsradikale junge Männer müssen sich in den USA wegen eines angeblich geplanten Mordes am künftigen Präsidenten Barack Obama vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Tennessee erhob am Mittwoch gegen den 20-jährigen Daniel C. und den 18-jährigen Paul S. in mehreren Punkten Anklage. Ihnen werden nach Gerichtsangaben Verstöße gegen die Waffengesetze und "Drohungen gegen einen Präsidentschaftskandidaten" vorgeworfen. Beiden drohen fünf bis zehn Jahre Haft.
+++ 4.01 Uhr: Selten waren die Zeitungen in den USA so begehrt wie nach dem historischen Wahlsieg von Barack Obama. Die Zeitungskioske von New York bis Seattle waren am Mittwoch in wenigen Stunden leer gekauft. Einige Kunden kauften gleich zwei, drei oder noch mehr Ausgaben einer Zeitung. Die ungewohnte Nachfrage fällt in eine Zeit sinkender Verkaufsauflagen und rückläufiger Anzeigenerträge.
+++ 3.42 Uhr: Der Wahlsieg von Barack Obama bei den US-Präsidentschaftswahlen hat viele Stars in Hollywood in Hochstimmung versetzt. Schauspieler George Clooney gratulierte am Mittwoch dem 47-jährigen Obama, dessen Wahlkampf er seit Beginn unterstützt hatte, zu seinem "historischen Sieg". "Jetzt ist es an der Zeit, das Land zu vereinen, um die enormen Herausforderungen unserer Generation anzugehen", sagte der Filmstar in staatstragendem Tonfall. Die aus der TV-Serie "Friends" bekannte Schauspielerin Courteney Cox und ihr Mann David Arquette luden zu einer rauschenden Promi-Party zu Ehren Obamas, auf der auch Jennifer Aniston und der britische Komiker Sacha Baron Cohen ("Borat") ausgiebig feierten.
+++ 3.30 Uhr: Die Deutschen stellen an Barack Obama als US-Präsidenten so große Erwartungen, "dass er sie gar nicht erfüllen kann". Dies sagte Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa den "Ruhr Nachrichten". "Vom neuen Präsidenten erhoffen die Deutschen ein besseres Amerika", erklärte der Meinungsforscher.
+++ 3.21 Uhr: Die transatlantische Wirtschaftskooperation droht nach Ansicht der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) unter dem neuen US-Präsidenten Barack Obama zu leiden. "Man muss klar sehen, dass sich der Blick der USA wirtschaftlich gesehen jetzt erst einmal nach innen richten wird", sagte SWP-Amerika-Expertin Stormy-Annika Mildner der "Berliner Zeitung".
+++ 2.21 Uhr: Die Bundesregierung hat dem neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama wenig Hoffnung auf ein verstärktes deutsches Engagement in Afghanistan gemacht. "Die Antwort auf die Frage, ob wir mehr machen könnten, lautet: Wir machen bereits mehr als früher - und das ohne gezielte Aufforderung aus den USA", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), der "Berliner Zeitung".
+++ 1.16 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Russlands Ankündigung kritisiert, als Reaktion auf den US-Raketenschild in Mitteleuropa selbst Kurzstreckenraketen zu stationieren. Die russische Antwort auf die US-Pläne in Polen und Tschechien seien ein "falsches Signal zum falschen Zeitpunkt", sagte Steinmeier am Mittwochabend in der ARD. Russland müsse erkennen, "dass wir uns in diesen Tagen an einer Weichenstellung befinden, dass die wirkliche Chance besteht, das Verhältnis zwischen Russland und Amerika neu zu begründen", fügte Steinmeier mit Blick auf die Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten hinzu.
+++ 1.04 Uhr: US-Finanzminister Henry Paulson hat dem designierten Präsidenten Barack Obama eine enge Zusammenarbeit zugesichert, um angesichts der tiefen Wirtschaftskrise einen nahtlosen Regierungswechsel zu gewährleisten. Im Finanzministerium wurden Büros eingerichtet, wo die Mitglieder des von Obama geplanten Expertenteams für den Kampf gegen die Wirtschaftskrise sofort ihre Arbeit aufnehmen können.
+++ 1 Uhr: Der Amtsantritt des künftigen US-Präsidenten Barack Obama muss nach Ansicht von FDP-Chef Guido Westerwelle zu einer Wiederbelebung der internationalen Abrüstungspolitik genutzt werden. In der "Frankfurter Rundschau" forderte Westerwelle die Bundesregierung auf, Obama "mit eigenen europäischen Abrüstungsinitiativen den Rücken zu stärken und ihn gleichzeitig beim Wort zu nehmen".
+++ 0.30 Uhr: Der Regierungsbeauftragte für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, erwartet von der neuen US-Regierung eine aktive Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. "Dort eröffnet sich die Möglichkeit einer neuen Einigkeit zwischen Europa und den USA", sagte er. "Es wird viel größere Gemeinsamkeiten dort geben können als in der Vergangenheit."
+++ 0.16 Uhr: Kuba erhofft sich nach Angaben einer Ministerin aus dem Wahlsieg des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama eine zumindest teilweise Rücknahme der Handelsbeschränkungen. Außenhandelsministerin Marta Lomas erklärte am Mittwoch auf einer Messe in Havanna, sie sei zufrieden mit der Wahl Obamas. "Das amerikanische Volk hat das verdient." Jede Erleichterung bei den Wirtschaftssanktionen seien auf kubanischer Seite willkommen. "Wir sind aber auch darauf vorbereitet, dass alles beim Alten bleibt", fügte Lomas hinzu. Die Kubaner müssten sich auch selbst zu helfen wissen, "nur das bringt uns voran".
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