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US-Vorwahlen: Die Macht der Superdelegierten

VON JUDITH CONRADY - zuletzt aktualisiert: 07.05.2008 - 11:43

Washington (RPO). Nach den Vorwahlen in North Carolina und Indiana ist klar: Wer demokratischer Präsidentschaftkandidat wird, entscheiden wohl erst die Superdelegierten. Hillary Clinton hat dabei zumindest eine Stimme sicher - die ihres Ehemanns.

Ende August wird auf dem Wahlparteitag in Denver der Präsidentschaftskandidat der Demokraten gekürt. Und seit heute ist klar: Wenn Hillary Clinton nicht aufgibt, wird die Entscheidung über den Kandidaten aller Voraussicht nach erst auf dem Parteitag fallen.

Egal, wie die noch anstehenden Vorwahlen ausgehen: Keiner der Bewerber wird sich hier die nötige Mehrheit sichern können. Denn gewählt wird jetzt nur noch in für das Wahlergebnis unbedeutenderen Bundesstaaten wie South Dakota, Montana und Oregon. Die Anzahl der Delegiertenstimmen, die hier vergeben werden, reicht nicht mehr für einen Sieg. Also entscheiden die Superdelegierten.

Was macht die Superdelegierten so besonders?

Diese Wahlmänner sind eine Eigenart des an Eigenarten reichen amerikanischen Wahlsystems. Sie haben eine Sonderstellung. Die Delegierten aus den Vorwahlen müssen beim Wahlparteitag entsprechend dem Wahlergebnis in ihrem Bundesstaat abstimmen. Anders die Superdelegierten: Sie sind bei der Stimmabgabe unabhängig.

Ist das Votum aus den Vorwahlen klar, spielen die Superdelegierten nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig werden sie, wenn das Ergebnis, wie diesmal, knapp ist. Dann werden sie für die Präsidentschaftsanwärter zu einem schwer berechenbaren Faktor.

Wer sind die Superdelegierten?

Die Superdelegierten sind eine Art Partei-Elite der Demokraten: Zu der illustren Schar gehören Kongressabgeordnete, Gouverneure, Senatoren, Parteifunktionäre, ehemalige Vizepräsidenten und Präsidenten. Als solcher hat auch Bill Clinton ein Stimmrecht. Eingeführt wurde das System der Superdelegierten 1982. Die Idee: Die Partei-Elite sollte mehr Einfluss auf die Nominierung des Präsidentschaftskandidaten bekommen.

Hat Clinton noch eine Chance?

Weil die Superdelegierten das Vorwahl-Ergebnis theroretisch noch umdrehen könnten, hat Hillary Clinton weiterhin eine Chance - zumindest rechnerisch. Dass Clinton noch gewinnt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Die Superdelegierten müssten dafür gegen den Trend aus den Vorwahlen abstimmen - und das könnte die Parteibasis verärgern, weil der Eindruck entstünde, die Partei-Elite respektiere das Votum der Basis nicht.


 
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