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US-Wahlkampf
"Amerika zuerst" – Trump erklärt seine Außenpolitik

Donald Trump: "Amerika kommt zuerst"
Donald Trump hat seine außenpolitischen Grundsätze dargelegt FOTO: ap, EV
Washington . Donald Trump ist kaum noch aufzuhalten. Wie würde eine Welt aussehen, in der er tatsächlich Präsident ist? Er selbst gibt schon mal einen Einblick.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump würde die US-Außenpolitik als Staatsoberhaupt ausschließlich an amerikanischen Interessen ausrichten. "Dass Amerika zuerst kommt, wird das große und maßgebliche Leitmotiv meiner Amtszeit sein", sagte Trump in einer Rede am Mittwoch in Washington.
"Meine Außenpolitik wird die Interessen des amerikanischen Volkes und die Sicherheit der USA über alles stellen."

In seinen Ausführungen kritisierte er vor allem die Strategie des amtierenden Präsidenten Barack Obama. Dessen Politik sei ein völliges Desaster. "Wir haben unsere Rivalen und Herausforderer glauben lassen, dass sie mit allem durchkommen", kritisierte Trump.

Seine Angriffe zielten auch auf die ehemalige Außenministerin und demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ab. Was von Obamas und ihrer Amtszeit bleibe, sei eine Politik der Schwäche. "Wir haben dafür gesorgt, dass der Nahe Osten instabiler und chaotischer ist als je zuvor." Clinton war von 2009 bis 2013 Außenministerin im Kabinett Obamas. Sie ist die Favoritin auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten.

Gemäßigteres Auftreten

Trump liegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner vorne. Am Dienstagabend hatte er die Vorwahlen in Connecticut, Delaware, Maryland, Pennsylvania und Rhode Island gewonnen. Seine parteiinternen Kontrahenten John Kasich und Ted Cruz ließ er damit weit hinter sich. Trumps Chance, bis zum Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland die absolute Mehrheit von 1237 Delegierten hinter sich zu versammeln, hat sich signifikant erhöht. Die Delegierten küren letztendlich den Kandidaten. Die Präsidentschaftswahl folgt dann im Herbst.

In den vergangenen Tagen hatten sich seine Berater verstärkt bemüht, Trump präsidialer erscheinen zu lassen. Die Rede in Washington war Teil dieser Strategie. Seine Visionen für die Außenpolitik hatte er zwar auch an anderer Stelle schon dargelegt, es war allerdings die erste größere Rede ausschließlich zu diesem Thema.

Deal mit Russland

Trump ist ein politischer Quereinsteiger und hatte noch nie ein Amt inne. Er hat sich mit einem gewaltigen Firmenimperium zum Milliardär gemacht. Seine Erfahrung als Immobilienunternehmer bringt er immer wieder als Argument dafür hervor, warum er als Präsident ein guter Verhandlungsführer wäre.

Das machte er auch in seiner Rede deutlich. Er halte es für möglich, die Verbesserungen mit Russland zu verbessern, erklärte er. "Manche sagen, die Russen würden nicht vernünftig sein. Ich habe vor, es herauszufinden", sagte er. "Wenn wir unter meiner Amtsführung keinen Deal mit Russland machen können - einen Deal, der großartig wäre für Amerika und auch gut für Russland - dann würden wir den Verhandlungstisch ganz schnell verlassen. So einfach ist das."

(crwo/dpa)
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