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Vorwahlen in Iowa
Ein bitterer Abend für Donald Trump

Donald Trump bei US-Vorwahlen in Iowa nur auf Platz 2, Ted Cruz Erster
Donald Trump am Wahlabend in Des Moines, Iowa. FOTO: ap, KS
Des Moines. Für Donald Trump läuft es nicht wie geplant: Bei den US-Präsidentschaftsvorwahlen der Republikaner in Iowa musste sich der Milliardär seinem texanischen Konkurrenten Ted Cruz geschlagen geben. Bei den Demokraten gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Bei den Demokraten lag Ex-Außenministerin Hillary Clinton (68) in der Nacht mit einem hauchdünnen Abstand von nur einigen zehntel Prozentpunkten vor Bernie Sanders (74), dem Senator aus Vermont.

Die frühere US-Außenministerin hat nach Angaben der dortigen Parteizentrale hauchdünn gewinnen können. Nach 99 Prozent der gemeldeten Stimmen aus den 1681 Caucus-Wahllokalen in Iowa lag Clinton bei 49,9 Prozent. Ihr Kontrahent Bernie Sanders kam dicht dahinter auf 49,6 Prozent.

Cruz, der erzkonservative Senator aus Texas, verwies mit etwa 28 Prozent Donald Trump (24 Prozent) auf Platz zwei. Für den Immobilienmogul aus New York ist das eine schmerzliche Niederlage. 

Porträt: Ted Cruz – ein Konservativer gegen jeden Kompromiss FOTO: dpa, jl ks

Trump sagte aber, er fühle sich von Platz zwei geehrt.  Zugleich richtete er dem Sieger Ted Cruz seinen Glückwunsch aus. Zum Start seiner Kampagne habe man ihm davon abgeraten, in Iowa anzutreten, weil er es nicht unter den ersten zehn schaffen würde, sagte Trump. Dennoch habe er es versucht.

Den Fokus will der Milliardär nun auf die nächste Vorwahl in New Hampshire in der kommenden Woche richten. Er werde dort gewinnen, sich die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner und letztlich den Einzug ins Weiße Haus sichern, erklärte er.

Auf einem sehr starken dritten Platz landete bei den Republikanern Marco Rubio, der Senator aus Florida, mit etwa 23 Prozent knapp hinter Trump. In einer ersten Reaktion sagte er, er wolle die Partei im weiteren Wahlkampf wieder vereinen.

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase

O'Malley gibt auf

Bei den Demokraten stieg Ex-Gouverneur Martin O'Malley aus dem Rennen um das Weiße Haus aus, damit bleiben nurmehr Clinton und Sanders. Der Demokrat landete nach stabilen Trends bei den Vorwahlen in Iowa bei nicht einmal einem Prozent der abgegeben Stimmen. O'Malley war von Beginn an ohne Chance.

Donald Trump und Co. – Promis in der Politik FOTO: ap

Der republikanische Bewerber Mike Huckabee beendete das Rennen ebenfalls.

Die US-Vorwahlen werden schon in der nächsten Woche im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire fortgesetzt. Bei den Demokraten liegt dort Sanders laut Umfragen deutlich in Front. Der 74 Jahre alte Senator kommt aus dem Nachbarstaat Vermont. Bei den Republikanern führt Trump in New Hampshire mit deutlichem Vorsprung. 

Nach den Vorwahlen werden Demokraten und Republikaner im Sommer bei großen Parteitagen mit Tausenden Delegierten ihren Präsidentschaftskandidaten benennen. Insgesamt muss ein Kandidat in den Vorwahlen bei den Republikanern 1237 Delegierte auf sich vereinen, bei den Demokraten sind es 2382 Delegierte.

In dieses Rennen schickt Iowa 30 Delegierte bei den Republikanern und 44 bei den Demokraten. Bei aller wichtigen Symbolik der ersten Wahl in Iowa spricht dies eher für ein langes Rennen.

Auch wenn der Agrarstaat zahlenmäßig eine untergeordnete Rolle spielt, kommt Iowa doch eine wichtige Signalwirkung zu. In den vergangenen Jahrzehnten wurde kein Bewerber Präsident, der in Iowa nicht mindestens auf Platz 3 gekommen war.

Sanders sagte vor begeisterten Anhängern, vermutlich würden die Delegiertenstimmen der Demokraten auf Clinton und ihn geteilt.

Das Ergebnis von Iowa könnte vor allem für die Wahlkampagne der hoch favorisierten Clinton zur Last werden. Zwar wird ihr in der übernächsten Vorwahl in South Carolina ein hoher Sieg über Sanders vorhergesagt. Doch die überraschende Stärke ihres parteiinternen Widersachers in den ersten Staaten macht ihr zu schaffen.

In Iowa wurde nach einem Caucus-Verfahren gewählt. In 1681 Wahlkreisen fanden sich die Anhänger beider Parteien zu Wahlversammlungen zusammen und diskutierten über die Kandidaten. Bei den Demokraten wurde dann offen, bei den Republikanern geheim abgestimmt.

Kritiker bemängeln, viele Menschen würden davon abgeschreckt, offen mit Nachbarn und Freunden über politische Vorlieben diskutieren zu müssen. Befürworter halten das System dagegen für urdemokratisch.

In den nächsten Wochen und Monaten finden Vorwahlen und Caucuses in 50 Staaten und sechs US-Außengebieten statt.

Einen Nachfolger für Barack Obama und damit ihren 45. Präsidenten wählen die Amerikaner am 8. November. Obama bleibt noch bis Mitte Januar 2017 im Amt, wenn der neue Präsident oder die erste Präsidentin vereidigt wird.

(jco/ap/dpa)
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