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US-Präsidentschaftsbewerber
Trumps Dickköpfigkeit macht den Republikanern Sorgen

Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident
Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident FOTO: afp, so
Washington . Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik seiner innerparteilichen Konkurrenten.

"Ich werde sagen, was ich sagen will", sagte Trump, nachdem er am Wochenende den prominenten US-Senator John McCain wegen dessen Gefangennahme im Vietnamkrieg verspottet hatte. An seiner Kandidatur halte er fest. Laut Umfragen liegt er sogar an der Spitze der republikanischen Bewerber.

Trump hatte auf einem Treffen sozialkonservativer Evangelikaler gesagt, McCain gelte als Kriegsheld, weil er in Gefangenschaft geraten sei und hinzugefügt: "Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen wurden." Zahlreiche republikanische Präsidentschaftsbewerber erklärten, Trump habe sich für das Amt des Präsidenten disqualifiziert. Die Parteiführung urteilte: "In unserer Partei und unserem Land gibt es keinen Platz für Verunglimpfungen derer, die ehrenhaft gedient haben." McCain sitzt seit 1987 für die Republikaner im Senat.

Zuvor hatte Trump für Furore gesorgt, als er Einwanderer aus Lateinamerika als Vergewaltiger und Kriminelle bezeichnete. Trump sagte der Nachrichtenagentur AP am Sonntag, er sei einer der Lieblinge der Republikaner gewesen, solange er ihnen Geld gespendet habe. "Ich wurde von einem Liebling zu einem, den sie nicht mögen, weil ich kein Politiker bin", sagte er. Auf die Frage ob McCain in seinen Augen ein Held sei, antwortete er: "Vielleicht."

Republikanische Funktionäre ärgern sich über den Schaden, den Trump dem Ansehen der Partei zufügt, sehen aber auch, dass er mit seiner Prominenz, seinen Provokationen und seiner Bereitschaft, sich mit dem Parteiestablishment anzulegen, unzufriedene Wähler anspricht.

Sie fürchten zudem, dass Trump als unabhängiger Präsidentschaftsbewerber antreten könnte, sollte er die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner nicht erreichen. Damit könnte er der Partei so viele Wählerstimmen abspenstig machen, dass am Ende die Demokraten die Wahl gewinnen.

(ap)
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