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US-Wahlkampf
Trump verspricht niedrigere Steuern

USA: Die Aufreger-Sprüche von US-Präsident Donald Trump
USA: Die Aufreger-Sprüche von US-Präsident Donald Trump
Manchester. Nach diversen Ausrutschern im Wahlkampf will Donald Trump mit der Präsentation seiner Wirtschaftsagenda wieder Tritt fassen. Am Montag erläuterte der republikanische Präsidentschaftsbewerber in einer Ansprache im US-Staat Michigan, wie er mehr Jobs in den USA schaffen und das Land wettbewerbsfähiger machen will.

Beobachter sahen den Auftritt im renommierten Detroit Economic Club zudem als Versuch des Immobilienmoguls, sich inmitten einer schwierigen Phase seiner Kampagne als seriösen Kandidaten zu präsentieren.

Zuletzt hatte Trump mit seiner anhaltenden Fehde mit einer muslimischen US-Familie, deren Sohn als Soldat im Irakkrieg umkam, viel Kritik auf sich gezogen - auch aus den Reihen seiner eigenen Partei. Dass er sich dann tagelang weigerte, eine Wahlempfehlung für den republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, auszusprechen, sorgte für eine weitere Ablenkung von Trumps Kampagne. Hinzu kommen Umfragen, wonach Wähler große Bedenken über sein Temperament und seine Eignung für das höchste Staatsamt haben.

Nun legte Trump den Fokus auf das Thema Wirtschaft, das als eines seiner Steckenpferde gilt. Der Geschäftsmann bekräftigte in seiner Detroiter Rede seine Forderung nach einer Senkung der Unternehmenssteuer von derzeit 35 Prozent auf 15 Prozent. Damit will Trump das Land für neue Investitionen attraktiv machen.

Steuersenkungen soll die USA nach vorne bringen

Zu seinen konkreten Vorschlägen gehört auch eine Option für Eltern, die Kosten für die Kinderbetreuung komplett vom steuerpflichtigen Einkommen abzusetzen. Außerdem kündigte er an, er werde nach seinem Einzug ins Weiße Haus übertriebene Regierungsanordnungen aufheben und neue Vorschriften erst einmal aussetzen. "Amerikanisierung, nicht Globalisierung, wird unser neues Credo sein", versprach Trump im Falle seiner Wahl zum Präsidenten.

Einen Großteil seiner Rede verwendete Trump darauf, seine wirtschaftspolitischen Ideen von denen seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton abzugrenzen. Sein Wahlkampfteam hat der ehemaligen Außenministerin vorgeworfen, staatlich geregelte Konjunkturrezepte weiterzuverfolgen, die das Wachstum in den USA gelähmt und für eine jahrzehntelange Stagnation bei Löhnen gesorgt hätten. Clinton will am Donnerstag ebenfalls in Detroit eine Rede zur Wirtschaftspolitik halten. Dabei werde sie einen Plan vorlegen, der "die größte Investition in gut bezahlte Jobs seit dem Zweiten Weltkrieg" vorsehe, sagte einer ihrer Berater.

"Sie ist die Kandidatin der Vergangenheit. Wir sind die, die für die Zukunft stehen", sagte er. Der Immobilienmogul warf der Demokratin vor, für eine verfehlte Wirtschaftspolitik zu stehen, wie sie in ihrer Amtszeit als Vertreterin des Bundesstaates New York im US-Senat gezeigt habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump seine wirtschaftspolitische Vision für Amerika darlegt. Im Herbst 2015 etwa stellte er seine Steuerpläne vor, die er als Segen für die Mittelschicht pries. Im Kern versprach Trump eine umfassende Senkung der Abgaben. Unter anderem wolle er Einkommensteuersätze von 0, 10, 20 und 25 Prozent einführen, ohne das Haushaltsdefizit aufzublähen.

Experten zerpflücken Trumps Pläne

Doch unabhängige Gruppen kamen nach einer Prüfung zu einem anderen Ergebnis. Sie rechneten vor, dass Trumps Plan die Reichen zulasten der Mittelschicht massiv begünstige und die Schuldenlast im Lauf der nächsten zehn Jahre um bis zu zehn Billionen Dollar erhöhen werde. Trump versprach damals zwar, verloren gegangene Einnahmen durch eine Schließung von Schlupflöchern wieder wettzumachen, blieb aber Details dazu schuldig. Ferner kündigte er einen weiteren Plan zur Reduzierung der Staatsausgaben an, den er jedoch nie vorstellte.

Ein Wirtschaftsberater Trumps, Stephen Moore, sagte, der Kandidat stehe noch immer hinter seinem Steuerplan vom vergangenen September. Sein Team habe aber inzwischen Details hinzugefügt und Änderungen an der Agenda vorgenommen, die deren Kosten erheblich senken würden. In Detroit schlug Trump dann Einkommensteuersätze von 12, 25 und 33 Prozent vor. Das sei "die größte Steuer-Revolution" seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan in den achtziger Jahren.

(felt/ap/AFP)
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