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Kommentar
Ein glänzender Sieger sieht anders aus
Wahlsieg: Obama lässt sich feiern
Wahlsieg: Obama lässt sich feiern FOTO: afp, JEWEL SAMAD
Düsseldorf. Die große Schmach ist Barack Obama erspart geblieben. Der erste schwarze Präsident der USA, dessen historische Wahl vor vier Jahren mit so großen Erwartungen verknüpft war, wurde nicht nach nur einer Amtszeit schon wieder aus dem Weißen Haus gejagt. Von Matthias Beermann

Obama darf bleiben, doch ein glänzender Sieg war das gewiss nicht. Selbst gegen einen so ungeschickten Wahlkämpfer wie Mitt Romney musste der Amtsinhaber sich zu einem Sieg quälen, der am Ende knapper ausfiel, als es das Verhältnis der Wahlmännerstimmen suggeriert.

Die Amerikaner geben Obama zwar eine zweite Chance, aber der Vertrauensvorschuss scheint fast aufgebraucht.

Vielleicht ist daran aber auch etwas Gutes: Dieses ernüchternde Wahlergebnis stutzt Obama auf sein wahres Maß zurück. Aus dem Messias, als den ihn 2008 viele verklärten, ist 2012 ein normaler Politiker geworden – der sich gehörig wird anstrengen müssen.

Die Aufgaben, die vor ihm liegen, sind gewaltig und lassen sich nicht allein mit brillanten Reden und flammenden Appellen bewältigen. Obama wird weniger Visionen brauchen und mehr Pragmatismus. Nur so kann er Amerika reformieren.

Quelle: pst/sap
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