Kompromiss zu Florida und Michigan: Entscheidung der Demokraten bedeutet Schlappe für Clinton
zuletzt aktualisiert: 01.06.2008 - 08:12Washington (RPO). Im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur hat Hillary Clinton mit einer Entscheidung ihrer Partei zu kämpfen. Die Demokraten entschieden, dass die Wahlergebnisse der bislang ausgeschlossenen Staaten Florida und Michigan nur zur Hälfte gezählt werden. Clinton beschert dies klare Nachteile.
Die ursprünglich ausgeschlossenen Bundesstaaten dürfen nun doch am Nominierungsparteitag teilnehmen, ihr Stimmrecht wurde jedoch halbiert. Das entschieden die Demokraten. Hillary Clinton, die die volle Zulassung der Delegierten gefordert hatte, reagierte in Interviews gereizt auf die Entscheidung. Diese bringt ihr im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur zwar mehr Delegierte als ihrem Rivalen Barack Obama, kann aber dessen Vorsprung nicht wettmachen. Zudem spricht der Kompromiss Obama Stimmen in Montana zu, wo er gar nicht auf den Stimmzetteln gestanden hatte.
Clinton hatte zuvor gefordert, in Michigan müssten 73 Delegierte auf sie verpflichtet werden, 55 sollten frei entscheiden können. Der Ausschuss folgte aber einem Kompromissvorschlag der Parteiführung von Michigan, Clinton 69 und Obama 59 Delegierte zuzusprechen. Deren Stimmen sollten nur zur Hälfte zählen. Die Reduzierung des Gewichts der Staaten beim Parteitag um die Hälfte gilt auch für Florida, wo Clinton 105 und Obama 67 Delegierte gewann.
Obama gewann damit 32 Delegierte in Michigan einschließlich sogenannter Superdelegierter hinzu und 36 in Florida. Clinton bekam 38 in Michigan und 56,5 in Florida. Obama hat nun insgesamt 2.052, Clinton 1.877,5 Delegiertenstimmen sicher. Nun werden beim Parteitag 2.118 Delegiertenstimmen zum Gewinn der Präsidentschaftskandidatur erforderlich.
Der Bundesvorstand der Demokratischen Partei hatte Michigan und Florida ausgeschlossen, weil beide Staaten ihre Vorwahlen entgegen einer klaren Frist vor dem 5. Februar abhielten. Obama hatte deshalb gar nicht erst an der Vorwahl in Michigan aktiv teilgenommen. Clintons Vertreter Harold Ickes sagte nach der Ausschussitzung, die Senatorin behalte sich vor, die Kompromisslösung anzufechten.
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