Die Präsidentschaftswahl in den USA hat ihre eigenen Regeln, die sich zum Teil sehr von denen in Europa unterscheiden. Die folgenden Fragen und Antworten machen die Besonderheiten deutlich.
Wer wählt den US-Präsidenten?
Der Staats- und Regierungschef der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt über ein Wahlkollegium. Die US-Bürger wählen die Mitglieder des Wahlkollegiums. Dieses Gremium wählt den Präsidenten.
Wie fällt die Entscheidung am Wahlabend?
Für die Wahl des Präsidenten ist das jeweilige Ergebnis in den 50 Einzelstaaten der USA entscheidend. Der Kandidat mit den meisten Stimmen erhält alle Wahlmännerstimmen dieses Staates. Die Wahl ist entschieden, sobald ein Kandidat die Mehrheit von 270 Wahlmännerstimmen erreicht hat.
Sind alle US-Staaten gleich wichtig?
Nein. Jeder Staat stellt so viele Wahlmänner und -frauen, wie er Vertreter in den Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) entsendet. Außerdem stellt der District of Columbia, der Bezirk der Bundeshauptstadt Washington, drei Mitglieder für das Wahlkollegium.
Kann ein Kandidat die Wahl gewinnen, wenn er landesweit nicht die meisten Stimmen bekommt?
Ja. Dies war bereits vier Mal der Fall, zuletzt im Jahr 2000. Damals sicherte sich George W. Bush 271 Wahlmännerstimmen, obwohl er landesweit rund 300.000 Stimmen weniger erhielt als sein Kontrahent Al Gore.
Warum ist das Wahlverfahren so kompliziert?
Die Verfassungsväter der USA wollten mit der indirekten Wahl des Präsidenten die Stellung der Einzelstaaten stärken. Außerdem misstrauten sie dem Massenvotum der Bürger. Bis 1820 wurden die Wahlmänner daher von den Parlamenten der Einzelstaaten bestimmt.
Wann wird das Ergebnis der Präsidentschaftswahl verkündet?
Das Wahlkollegium kommt im November zusammen, um den Präsidenten und den Vizepräsidenten in geheimer Abstimmung zu wählen. Das Ergebnis wird erst im Januar in einer gemeinsamen Sitzung beider Parlamentskammern verkündet.