Vorwahlen bei den US-Republikanern: Gingrich ruft auf zum Kampf gegen das Geld
zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 - 19:21Tampa (RPO). Mitt Romney hat seinem Erzrivalen Newt Gingrich in Florida eine schlimme Niederlage beschert. Die nächsten Wochen werden für den Erzkonservativen hart. Romney droht ihn im teuren Wahlkampf mit seinen Millionen Dollars einfach plattzuwalzen. Alles spricht derzeit gegen ihn. Doch Gingrich hält dagegen. Er stilisiert den Wahlkampf zum Duell des Volkes gegen das Geld.
Nach der krachenden Vorwahlniederlage im bevölkerungsreichen Florida steht definitiv eine lange Durststrecke bevor. Der gerade begonnene Februar könnte für den früheren Präsidenten des Repräsentantenhauses der längste Monat des Jahres werden.
Dennoch zeigte sich Gingrich entschlossen, den steinreichen Vorwahlgewinner in Florida, Mitt Romney, bis zum alles entscheidenden Nominierungsparteitag im August zu stoppen: "In den nächsten sechs Monaten werden wir mit der Macht des Volkes die Macht des Geldes brechen", gab sich der Erzkonservative kampfbereit.
Doch zunächst muss Gingrich die nächsten Wochen überstehen.
Bereits am Samstag steht bei der Vorwahl in Nevada eine neue Hürde, weitere muss er danach in mehreren anderen Bundesstaaten nehmen. Vor laufenden Kameras ist der nächste direkte Schlagabtausch mit Romney erst am 22. Februar geplant.
Bis dahin könnte der Spendeneingang für Gingrich versiegen. "Die nächsten drei Wochen droht Gingrichs Wahlkampf das vorzeitige Ende, weil es kaum Gelegenheit zum Geldsammeln gibt und es schwierig wird, Romney zu stoppen", sagt der republikanische Berater Matt Mackowiak voraus.
Gingrich ist ein Meister der Wiederauferstehung
Doch Totgesagte leben länger. Und Gingrich hat sich nach zwei normalerweise tödlichen Niederlagen wieder aufgerappelt: So gewann er mit Unterstützung der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung die Vorwahl in South Carolina und war zeitweilig Spitzenreiter im republikanischen Kandidatenquartett. Gingrich könne auch längere schwierige Phasen überstehen, sagt sein früherer Berater Rich Galen.
So gibt sich Gingrich nach der verlorenen Wahl in Florida siegesgewiss und setzt vor allem auf die konservativen Südstaaten, die am 6. März entscheiden. Er will am "Super-Dienstag" vor allem in seinem Heimatstaat Georgia gewinnen, auch Tennessee und Oklahoma holen und dann eine Woche später Siege in Alabama sowie Mississippi einfahren. Um die Nominierung auf dem Parteitag zu erreichen, muss ein Kandidat mindestens 1144 Delegiertenstimmen auf sich vereinigen. Seit Florida ist Romney mit bislang 71 Stimmen Spitzenreiter vor Gingrich, der sich auf 23 Delegierte stützen kann.
Die Debatte wird härter
Gingrichs Spendensammler haben im Januar fünf Millionen Dollar eingeworben und zehn Millionen im Quartal davor. Das reiche, um gegen den sehr viel besser ausgestatteten Romney zu bestehen, versichern sie. Spender außerhalb der Partei haben ebenfalls ihr Scherflein beigesteuert. So machte die Familie des Kasinomagnaten Sheldon Adelson bislang zehn Millionen Dollar für Gingrichs Fernsehwerbung locker.
Sollte Gingrich jedoch weiter auf der Verliererstraße bleiben, könnte Druck auf ihn ausgeübt werden, das Rennen rechtzeitig zu beenden und die Partei zu einen. "Irgendwann wird einer fragen, Warum machen wir uns den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Feind?", gibt Galen zu bedenken.
Schimpfworte für Romney
Doch bis dahin wird der Vorlauf für das Rennen gegen Titelverteidiger Barack Obama hitziger werden. Der ebenfalls millionenschwere Gingrich versucht, sich den Zorn einfacher Bürger auf "die da oben" in Washington und an der Wall Street zu nutze zu machen.
Er ist mittlerweile dazu übergegangen, Romney nicht mehr als "Gemäßigten", sondern als "Liberalen" zu titulieren, was für US-Verhältnisse "links" bedeutet. Romney, ein früherer Gouverneur des Neu-England-Staats Massachusetts, hat den Rivalen im Gegenzug als unzuverlässig und sprunghaft geschmäht.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
